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Mehr Öl heißt nicht gesünderes Haar: Ein Friseur erklärt, wann das Pflegeprodukt beginnt, es zu zerstören

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Mehr Öl heißt nicht gesünderes Haar: Ein Friseur erklärt, wann das Pflegeprodukt beginnt, es zu zerstören

Es gibt eine Logik, die wir alle anwenden und die für kein einziges Kosmetikprodukt gilt: Wenn wenig hilft, hilft mehr noch mehr. Beim Haaröl funktioniert diese Logik nicht. Luciano Cañete, Friseur und Saloninhaber, sagt es direkt: „Der große Fehler ist zu glauben, je mehr Öl im Haar, desto größer die Reparatur. So ist es nicht.”

Zu viel Öl heilt das Haar nicht - es beschwert es, macht es fettig und erschwert die nächste Wäsche. Dann wäscht man länger, mit mehr Shampoo, aggressiver, und das Haar kommt trockener heraus, als es war. Das ist der Kreis, den die meisten nicht sehen: Das Produkt, das schützen sollte, hat dazu geführt, dass die Kopfhaut stärker geschrubbt wird.

Die Regel ist bescheiden. Eine kleine Menge, nur auf Längen und Spitzen, und nur, wenn das Haar es wirklich braucht. Die Spitzen sind das älteste Stück Haar auf dem Kopf - dort arbeiten keine Talgdrüsen, deshalb sitzt dort die Trockenheit. Der Ansatz hat genug eigenes.

Elena Rodero, Apothekerin und Haarexpertin, erklärt, warum das überhaupt zählt: Verliert das Haar seinen natürlichen Schutz, wird es brüchiger und bricht leichter. Das Ziel ist also kein Glanz auf dem Foto, sondern ein Haar, das beim Kämmen nicht reißt.

Umgekehrtes Waschen - die Reihenfolge, die niemand lehrt

Vilma Sortino, Expertin für Haargesundheit, beschreibt eine Technik, die sie umgekehrtes Waschen nennt - der Kern ist buchstäblich, die Reihenfolge zu ändern. Zuerst das Haar anfeuchten und Maske oder Spülung von den Längen bis in die Spitzen auftragen, ohne die Kopfhaut zu berühren. Dann Shampoo direkt auf die Kopfhaut geben und einmassieren. Zum Schluss beide Produkte gemeinsam ausspülen.

Warum das funktioniert: Die Kopfhaut wird gereinigt, doch die Spitzen bleiben in Feuchtigkeit gehüllt, statt das Shampoo direkt abzubekommen. Sortino sagt, so entstehe ein Gleichgewicht zwischen Reinigung und Pflege - zwei Dinge, die wir sonst gegeneinander ausspielen.

Der Rest ist langweilig, aber richtig. Glätteisen und Föhn bei niedriger Temperatur und so selten wie möglich. Maske ein- bis zweimal pro Woche. Und wer intensivere Pflege will, trägt die Maske vor dem Waschen auf trockenes Haar auf, nicht danach.

Die Kosmetikindustrie verkauft Produkte, keine Reihenfolge. Und die Reihenfolge ist kostenlos.