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Ein Minikleid und Weizenähren: die Hochzeit von Inès de la Fressange, von der Eleganz seit 35 Jahren lernt

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Ein Minikleid und Weizenähren: die Hochzeit von Inès de la Fressange, von der Eleganz seit 35 Jahren lernt

Manche Hochzeiten bleiben durch ihren Prunk in Erinnerung. Diese blieb durch das Gegenteil in Erinnerung - dadurch, wie wenig die Braut brauchte, um makellos auszusehen. Am 19. Juli 1990 heiratete im provenzalischen Städtchen Tarascon das französische Model Inès de la Fressange den italienischen Geschäftsmann und Kunsthändler Luigi d'Urso.

Statt eines großen Kleides mit bodenlangem Schleier erschien Fressange, damals 33 und bereits ehemalige Chanel-Botschafterin, in einem weißen Minikleid mit Gürtel und einem cremefarbenen Sakko mit betonten Schultern, signiert von Yves Saint Laurent. Den Look vollendete sie mit einem Hut mit steifer Krempe und kurzem Tüllschleier, kurzen weißen Handschuhen, Knopfohrringen und einem goldenen Armreif. Der Strauß bestand aus klassischen cremefarbenen Rosen und grünen Weizenähren, gebunden mit einer großen weißen Satinschleife.

Unter den Gästen war auch Prinzessin Caroline von Monaco, begleitet von ihrem damals kleinen Sohn Andrea Casiraghi. Caroline, seit den achtziger Jahren über die Pariser Aristokratenkreise mit der Braut befreundet, kam in einem Kleid mit sandfarbenem Sakko, Handschuhen, Schuhen mit Blumendruck und einem Strohhut mit dunklen Perlenketten.

Die Geschichte danach blieb nicht leicht. Das Paar bekam zwei Töchter - Nine Marie und Violette Marie. Luigi d'Urso starb 2006 an einem Herzinfarkt, mit fast 55 Jahren. Violette veröffentlichte 2023 einen Bestseller, in dem sie offen über den Tod ihres Vaters sprach.

Fünfunddreißig Jahre später wird diese Hochzeit noch immer erinnert - nicht weil sie teuer war, sondern wegen einer Lektion, die die Mode ständig vergisst: Eleganz ist keine Menge, sondern Sicherheit. Inès de la Fressange wusste das schon damals, im Minikleid und mit Weizenähren in der Hand.