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Kap Verde: die Inseln, die die WM auf die Landkarte setzte, die aber noch nach Fisch riechen, nicht nach Touristen

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Kap Verde: die Inseln, die die WM auf die Landkarte setzte, die aber noch nach Fisch riechen, nicht nach Touristen

Die WM hat eine seltsame Macht - binnen weniger Wochen macht sie aus Ländern, von denen niemand gehört hat, Namen, die alle aussprechen. Diesen Sommer geschah das Kap Verde, einem Archipel von zehn Inseln, verloren im Atlantik vor der Küste Senegals. Und hinter der Fußballgeschichte verbirgt sich eines der bestgehüteten Geheimnisse Afrikas.

Man beschreibt es als „köstliche Mischung aus karibischen Stränden, afrikanischem Rhythmus und portugiesischer Seele“ - und eine bessere Beschreibung ist schwer zu finden. Die Inseln sind vulkanisch, wie die Kanaren oder die Azoren, mit Landschaften von endlosen Sandstränden bis zu tropischen Tälern. Sal hat einen internationalen Flughafen und die besten Strände, ein Paradies für Kitesurfer. Santo Antão ist die grünste, mit dem legendären Corda-Pfad, der sich über den Wolken windet.

Doch die Seele Kap Verdes liegt nicht in den Stränden, sondern in der Musik. São Vicente ist die Heimatinsel der legendären Sängerin Cesária Évora, der „barfüßigen Diva“, deren Morna die Melancholie dieser Inseln in die ganze Welt trug. Hier bedeutet Kultur auch Literatur, Theater und Karnevale mit brasilianischem Glanz - eine Mischung aus afrikanischen Wurzeln und portugiesischem Erbe, die nirgendwo sonst gleich klingt.

Die Insel Fogo hat einen aktiven Vulkan, und Kaffee und Wein wachsen auf ihrem Vulkanboden. Es gibt Salzseen, in denen man schwebt wie im Toten Meer, Meereshöhlen in Neonblau, Haie, die man vom Flachwasser aus sieht. Das Nationalgericht heißt Cachupa, und das Klima ist ganzjährig mild, zwischen 23 und 30 Grad.

Eine Warnung für alle, die schon den Koffer packen: Es gibt keine Direktflüge, man braucht einen Umstieg und gute Planung, und zwischen den Inseln reist man am besten mit dem Flugzeug, weil die Schiffsverbindungen unzuverlässig sind. Doch genau das - dass Kap Verde nicht leicht zu erreichen ist - ist der Grund, warum es noch nach Fisch riecht und nicht nach Touristen. Der Fußball setzte es auf die Landkarte; jetzt müssen wir es nur nicht mit zu viel Liebe zerstören.