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Makedonium für ein Rap-Video, Brüsseler Entwurf ohne Mazedonien, zweiter Nachtragshaushalt, Puls-Prozess

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Makedonium für ein Rap-Video, Brüsseler Entwurf ohne Mazedonien, zweiter Nachtragshaushalt, Puls-Prozess

Das Makedonium für 500 Euro - und Rücktritte im Nachhinein

Das Makedonium in Kruševo, Denkmal für den Ilinden-Aufstand und geschütztes Kulturerbe, wurde für rund 500 Euro für den Dreh eines Rap-Videos überlassen. Laut dem Historischen Museum gab es einen Beschluss des Verwaltungsrats, eine Gebühr wurde kassiert. Die Behörde für Denkmalschutz sagt, bei ihr sei nie ein Antrag eingegangen. Direktor Miha Odžaklieski trat unwiderruflich zurück, nach ihm der Verwaltungsrat, und Premier Mickoski entschuldigte sich bei den Bürgern.

Den entscheidenden Satz schrieb der Direktor selbst: Das Vorgehen sei „Teil einer bereits etablierten und früher angewandten Praxis“ gewesen. Stimmt das, ist das Problem nicht ein Video, sondern eine Routine, die niemand hinterfragt hat. In derselben Woche fiel auch der Direktor der Nationalgalerie, nach einer außerordentlichen Inspektion. Zwei verschiedene Fälle, eine gemeinsame Frage: Nach welchen Kriterien kamen diese Leute überhaupt an ihre Posten?

Brüssel verteilt Fahrpläne, Mazedonien fehlt im Entwurf

Die Europäische Kommission bereitet einen neuen Erweiterungsplan vor. Laut Informationen zum Entwurf werden gesonderte Fahrpläne für einen beschleunigten Beitritt für Montenegro, Albanien, die Ukraine und Moldau erwogen. Mazedonien, das die Beitrittsverhandlungen im Juli 2022 gemeinsam mit Albanien eröffnet hat, ist nicht dabei. Mickoski sagt, ihm lägen keine solchen Informationen vor und das wäre unlogisch - eine Erklärung sucht er aber auch in der extremistischen Welle in Deutschland und Frankreich.

Statt eines Fahrplans liegt eine schrittweise Integration in den Binnenmarkt auf dem Tisch - unter der Bedingung, dass die Kandidaten Brüssels Außenpolitik folgen und Schlüsseltechnologien von dessen Rivalen fernhalten. Ein nützliches Angebot, aber ein wirtschaftlicher Hintereingang ist keine Antwort auf blockierte Verhandlungen. Die Position der EU bleibt unverändert: zuerst die Verfassungsänderungen.

Billiger Sprit leert die Staatskasse

Gesenkte Verbrauchsteuern und Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe kosten den Haushalt bis Jahresende 6 bis 7 Milliarden Denar. Mickoski schließt einen zweiten Nachtragshaushalt in diesem Jahr nicht aus, nach dem vom Juli. Die Finanzministerin sagt, das Defizit bleibe bei den geplanten 4,1 Prozent des BIP. Sinken die Einnahmen und bleibt das Defizit gleich, muss irgendwo gekürzt werden - und der Juli-Nachtrag gab gerade zusätzliches Geld für Investitionen, lokale Entwicklung, Landwirtschaft und Sozialschutz. Was davon zuerst die Schere spürt, sagt bisher niemand.

„Puls“: 244 Zeugen der Verteidigung und eine auslaufende Haft

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Beweisführung im Prozess um den Brand im Club „Puls“ abgeschlossen, und die Verteidigung hat 244 Zeugen benannt, vorgeschlagen von den Anwälten von 34 angeklagten Personen und drei juristischen Personen. Am Samstag läuft die gesetzliche Ein-Jahres-Frist für die Untersuchungshaft des Clubbesitzers ab, und das Gericht kann über die angebotene Kaution von fast 200.000 Euro nicht entscheiden, weil die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft noch fehlt. Die Frist kannten alle. Warum also verspätet sich die Antwort ausgerechnet wenige Tage davor?

150 E-Busse, weniger Plätze und Dokumente, die niemand herausgibt

Der Staat zahlt 60 Millionen Euro für 150 neue Elektrobusse. Eine Recherche der Organisation CGK zeigt: Die Ausschreibung wurde in 15 Monaten dreimal wiederholt, zwei frühere Konkurrenten boten am Ende gemeinsam, zwei günstigere Angebote wurden abgelehnt. Die neuen Busse fassen 20 Fahrgäste weniger als die zuletzt von Skopje gekauften. Das Ministerium nennt alles transparent, hat die angeforderten Dokumente aber nicht herausgegeben.

In Skopje wiederum gehen die ersten 100 Busse an die Hauptstadt, und Bürgermeister Gjorgjievski räumt ein, dass das alte Netz an einigen Standorten die Last nicht trägt und neue Umspannwerke nötig sind. Die Busse sind bestellt, das Netz wird erst erneuert.

Skopje, Aratschinovo, Petrovec: Aufräumaktionen, Bagger und Parteimitteilungen

Rund 30.000 Menschen beteiligten sich an einer großen Aufräumaktion an mehr als 50 Orten in Skopje, die Stadt kündigte solche Aktionen zweimal im Monat an. Die wichtigere Zahl ist eine andere: Bußgelder von über 80.000 Euro gegen Unternehmen, die Müll illegal entsorgen.

In Aratschinovo, nur Tage nach der Grundsteinlegung, brannte auf der Baustelle des neuen Stadions ein Bagger. Der Bürgermeister spricht von einem Anschlag, die Polizei sucht noch nach der Ursache. In Petrovec wiederum verkündete nicht die Gemeinde, sondern die VMRO-DPMNE die Jahresbilanz der Gemeinde - Brunnen, Asphalt, je 2.500 Denar für Rentner mit niedriger Rente. Öffentliches Geld, Parteiverdienst.

Region und Welt: Wahlkampf, Drohungen, Verbote

In Serbien startete Vučić seinen Wahlkampf um das Premiersamt und nannte vor mehr als 10.000 Menschen in Jagodina Kurti, Đukanović und Plenković als Kräfte hinter der Opposition - ohne Beleg. Moskau ließ Polen über Maria Sacharowa ausrichten, dass europäische Waffenfabriken, die für die Ukraine produzieren, potenzielle Ziele seien - obwohl die Patriot-Raketenfabrik noch gar nicht existiert.

Italien verbot Burka und Nikab an Schulen und führt ab 2027 eine 30-Prozent-Quote für Kinder mit schwachen Italienischkenntnissen ein. Und auf einem flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv griff nach bisherigen Informationen ein Pilot seinen Kollegen im Cockpit mit einem Messer an - die Maschine mit 174 Menschen landete notfallmäßig in Saudi-Arabien, nachdem Passagiere den Angreifer überwältigt hatten.

Der leichtere Teil des Tages

Das neue akademische Jahr begann für rund 53.500 Studierende, davon 13.800 Erstsemester. Im Sport ist die Fußballnationalmannschaft inzwischen 607 Minuten ohne Tor, Nationaltrainer Sedloski bittet um Geduld. Pelister startete in die European League mit einer klaren 24:31-Heimniederlage in Bitola - vor einem Publikum, das zeitweise den Gästen applaudierte.

Wenn der schwerere Teil des Tages einen roten Faden hat, dann die Reihenfolge: erst der Schaden, dann die Entschuldigung, dann der Rücktritt, und Dokumente, Stellungnahmen und Antworten - zuletzt, wenn überhaupt. Denkmal, Ausschreibung und Prozess folgen demselben Muster. Die Frage ist nicht, wer beim nächsten Mal zurücktritt, sondern ob jemand vorher fragt statt hinterher.

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