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Die Inflation in der Eurozone steigt wieder, Spanien bei 4,9 Prozent: Die EZB erwägt eine dritte Zinserhöhung

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Vorläufige Daten für September zeigen: Die Preise in den größten Volkswirtschaften der Eurozone steigen schneller als erwartet. In Deutschland legten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,3 Prozent zu, mehr als von Ökonomen erwartet und so viel wie seit fast drei Jahren nicht. Frankreich liegt bei 3,4 Prozent, Italien bei 4,1. Am weitesten ging Spanien: 4,9 Prozent, der höchste Wert seit Februar 2023.

Hauptschuldiger ist die Energie. Der steile Anstieg der Kraftstoffpreise infolge des Krieges im Iran treibt die Inflation nach oben, in Spanien kommen teurere Pauschalreisen hinzu. Auch die Kerninflation, die die schwankungsanfälligsten Preise für Energie und Lebensmittel ausklammert, zieht an, in Spanien von 2,9 auf 3,1 Prozent. Im August lag die Jahresinflation in der Eurozone bei 3,2 Prozent, bei Energie sogar bei 14,3 Prozent. Für September erwarten Ökonomen einen Sprung auf 3,7 Prozent. Die offizielle Zahl für die Eurozone kommt am 2. Oktober.

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen in diesem Jahr bereits zweimal angehoben, zuletzt im September um 25 Basispunkte. Nun geht es darum, ob die dritte Erhöhung schon auf der Sitzung im Oktober kommt oder erst im Dezember, wenn neue Projektionen vorliegen. Selbst Notenbankchefs, die sonst für eine lockerere Geldpolitik stehen, schließen sie nicht aus, darunter Yannis Stournaras aus Griechenland und Alexander Demarco aus Malta.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde bleibt vorerst vorsichtig. „Wir reagieren nicht auf die Energiepreise, sondern auf das Risiko, dass sie sich in der Inflation festsetzen“, sagte sie vor dem Europäischen Parlament. Bisher gebe es keine Belege dafür, dass der Energieschock auf höhere Löhne und eine breitere Kerninflation übergreift.

Mazedonien gehört nicht zur Eurozone, doch der Denar ist an den Euro gebunden. Ob und wann sich die Frankfurter Entscheidungen in den Zinsen für heimische Kredite niederschlagen, entscheidet die Nationalbank. Mit einer an den Euro gekoppelten Währung ist der Spielraum für einen eigenen Weg allerdings klein. Das nächste Signal kommt am 2. Oktober mit der Zahl für die gesamte Eurozone. Liegt sie nahe am Doppelten des Zwei-Prozent-Ziels, lautet die Frage in Frankfurt nicht mehr ob, sondern wann.