Der Vodno-Turm ist seit Januar fertig, öffnet aber erst im Juni: Wenn Verspätung zur Norm wird, hören wir auf, sie zu zählen
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23.04.2026
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12.04.2026
Mazedonien liegt beim Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal auf Platz fünf in Europa, hinter Dänemark, Malta, Polen und Serbien - zumindest laut Eurostat, worauf Premierminister Hristijan Mickoski besonders achtete zu betonen, dass nicht die Regierung das sagt, sondern die europäische Statistik.
Die Zahl ist real: 3,1 Prozent BIP-Wachstum im ersten Quartal, das siebte Wachstumsquartal in Folge. Zum Vergleich: Die EU wächst um etwa 1 Prozent, die Eurozone um 0,8. Auf dem Papier ist das ein respektables Ergebnis für eine kleine Volkswirtschaft.
Doch wer hinter die Schlagzeile blickt, sieht ein differenzierteres Bild. Der wichtigste Wachstumsmotor ist das Baugewerbe - +7,2 Prozent - und der Endverbrauch. Das verarbeitende Gewerbe fiel hingegen um 0,2 Prozent, der Bergbau um 0,8. Mit anderen Worten: Es wächst das, was gebaut und ausgegeben wird, nicht unbedingt das, was produziert wird. Und Wachstum, das sich auf Bau und Konsum stützt, ist anfälliger als Wachstum, das sich auf Produktion stützt.
Es gibt auch echte positive Signale - die Industrieproduktion sprang im April im Jahresvergleich um 7,6 Prozent, die Arbeitslosigkeit fiel von 12,5 auf 11,7 Prozent, und die Regierung behauptet, in 21 Monaten seien 16.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Finanzministerin Gordana Dimitrieva-Kočoska fügte hinzu, dass auch eine Eurobond-Anleihe über 700 Millionen Euro zurückgezahlt wurde.
Dennoch ist ein Platz im Eurostat-Ranking im Warenkorb des durchschnittlichen Bürgers nicht zu spüren. Die Frage, der jede Regierung auf dem Balkan ausweichen möchte, ist einfach: Wenn die Wirtschaft sieben Quartale in Folge wächst, warum folgen Mieten, Rechnungen und der Brotpreis diesem „europäischen" Trend nicht in die entgegengesetzte Richtung? Wachstum auf dem Papier ist eine Geschichte; Wachstum im Geldbeutel - eine ganz andere.
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