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Wenn Tequila im Hals brennt, ist das kein Charakter, sondern ein Mangel: acht Cocktails und die zwei Zeichen auf dem Etikett

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Wenn Tequila im Hals brennt, ist das kein Charakter, sondern ein Mangel: acht Cocktails und die zwei Zeichen auf dem Etikett

Tequila ist eines jener Getränke, über die alle glauben, alles zu wissen - tatsächlich wissen sie nur eines: dass der nächste Morgen schwer wird. Meist ist das nicht die Schuld des Getränks, sondern einer Entscheidung im Laden für drei Euro.

Tequila wird ausschließlich aus blauer Agave hergestellt und nur in bestimmten Regionen Mexikos, vor allem in Jalisco, mit geschützter Herkunft. Seine Geschichte beginnt lange vor der Ankunft der Spanier - die Völker Mesoamerikas vergärten Agavensaft zu Pulque, die Destillation brachten die Kolonisten im 16. Jahrhundert.

Die vier Typen, die den Unterschied ausmachen

Nach der Reifung gibt es vier Kategorien. Blanco ist der jüngste und wird direkt nach der Destillation abgefüllt. Reposado lagert mindestens zwei Monate in Eichenfässern. Anejo reift ein bis drei Jahre und hat einen komplexeren Geschmack. Extra Anejo reift über drei Jahre und besitzt das reichste Aroma.

Die zwei Zeichen, die gute von schlechten Flaschen trennen, stehen direkt auf dem Etikett: die Angabe „100% Agave“ und die Nummer, die die Destillerie identifiziert. Ein guter Tequila riecht nicht rein nach Alkohol - er hat kräuterige, zitrische, fruchtige oder vanillig-holzige Noten, und der Geschmack ist weich, nicht scharf. Brennt er im Hals, ist das kein Charakter, sondern ein Mangel.

Acht Cocktails für einen heißen Abend

Die klassische Margarita bleibt die Grundlage von allem - Tequila, Triple Sec und Limettensaft, mit Salz am Glasrand. Tequila Sunrise wurde in Phoenix, Arizona, erfunden und verdankt seinen Farbverlauf der Reihenfolge des Eingießens, keinem Geheimnis.

Der sommerliche Teil der Liste ist reicher: ein Cocktail mit Wassermelone und Tequila, die „Guacamolita“ mit Avocado als Margarita-Variante, der „El Dorado“ mit Limettensaft, Kokos und Maracujamark, ein Cocktail mit Granatapfel, Melone und Blutorange sowie eine Margarita mit Cherimoya.

Der achte ist die Paloma, der zweite Klassiker aus Jalisco - und meist das, was Mexikaner tatsächlich trinken, wenn niemand hinsieht.

Hierzulande taucht die Margarita meist in einem Hof mit offenem Kühlschrank und einer Supermarktflasche auf. Der Unterschied zwischen dieser Version und dem, was Barkeeper beschreiben, liegt nicht im Preis des Lokals - sondern darin, was auf dem Etikett steht und wie frisch der Limettensaft ist.