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Meta baut sein erstes KI-Rechenzentrum in Indien: 168 Megawatt, Meerwasserkühlung und eine Steueroase bis 2047

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Meta baut sein erstes KI-Rechenzentrum in Indien: 168 Megawatt, Meerwasserkühlung und eine Steueroase bis 2047

Meta hat die erste Investition in KI-Infrastruktur in Indien getätigt - ein Rechenzentrum von 168 Megawatt in Jamnagar, Gujarat, in Partnerschaft mit Reliance Industries. Das Zentrum soll in zwei Jahren in Betrieb gehen, mit Erweiterungsoption, wird aus erneuerbaren Quellen versorgt und mit entsalztem Meerwasser gekühlt. Die Rechnung für Strom und Wasser, die ganze, zahlt Meta.

Das ist nicht die erste Begegnung der beiden Unternehmen. Die Zusammenarbeit begann 2020 mit Metas Beteiligung von 5,7 Milliarden Dollar (rund 4,9 Milliarden Euro) an Jio Platforms, und letztes Jahr gründeten die beiden Firmen ein Joint Venture über 100 Millionen Dollar für KI-Lösungen für indische und ausländische Kunden. Nun bekommt Reliance das ganze Paket: Planung, Bau, erneuerbaren Strom, Anschluss und laufenden Betrieb. Meta hat zusätzlich fast 1 Gigawatt erneuerbarer Kapazität über CleanMax und Fourth Partner Energy vertraglich gesichert.

Interessanter ist die Frage, warum plötzlich alle nach Indien rennen. Microsoft, Amazon, Google, OpenAI und Uber haben dort bereits große KI- und Cloud-Investitionen angekündigt. AirTrunk, gestützt von Blackstone, kündigte 30 Milliarden Dollar für 5 Gigawatt Kapazität bis 2030 an. Die heimischen Giganten Adani und Tata Consultancy Services reihen ihre Pläne aneinander. Die indische Rechenzentrumskapazität wuchs von etwa 375 Megawatt 2020 auf rund 1,5 Gigawatt 2025 - und Prognosen sprechen von über 8 Gigawatt bis Ende des Jahrzehnts.

Die Antwort liegt, wie üblich, in den Steuern. Neu-Delhi hat ausländischen Cloud-Anbietern eine Steuerbefreiung bis 2047 für Dienstleistungen ins Ausland angeboten, die aus indischen Rechenzentren erbracht werden. Wenn ein Staat ein Vierteljahrhundert steuerfrei bietet, vermehren sich „strategische Partnerschaften" von selbst.

Was in der Mitteilung fehlt, ist ebenso aufschlussreich: weder der Wert des Vertrags, noch welche KI-Aufgaben in Jamnagar laufen, noch ob Meta weitere Zentren in Indien plant. Die Leerstellen in solchen Ankündigungen sind meist der Ort, an dem die wahre Rechnung wohnt.