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Winamp kehrt mit bezahltem Abo über Deezer zurück: 40 Millionen nutzen es gratis, die Frage ist, wie viele zahlen

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Winamp kehrt mit bezahltem Abo über Deezer zurück: 40 Millionen nutzen es gratis, die Frage ist, wie viele zahlen

Bevor Spotify der Welt beibrachte, monatlich für Musik zu zahlen, gab es Winamp - den Player, mit dem eine ganze Generation heruntergeladene MP3-Dateien im langsamen Internet hörte. Jetzt bereitet die Marke ein weiteres Comeback vor, diesmal mit bezahltem Abo.

Winamp und Deezer gaben am Mittwoch eine Partnerschaft bekannt, nach der der französische Dienst Winamps kommendes Abo-Angebot antreiben wird. Praktisch leiht sich Winamp Technologie und lizenzierten Katalog von Deezer und behält Namen und Aussehen. Der neue Player soll in der ersten Hälfte 2027 kommen.

Versprochen wird ein Player, der alles an einem Ort vereint - bezahltes Streaming, die lokale Musiksammlung auf der Platte, Internetradio, Podcasts und persönliche Dateien in der Cloud. Das Abo soll ein „grundlegend anderes Erlebnis” bieten als heutige Streamingplattformen. Was genau das heißt, bleibt offen. Vorerst ist es ein Satz aus einer Mitteilung, keine Funktion.

Die Nostalgie ist echt, fraglich ist, ob sie abrechenbar ist

Winamp gibt an, den kostenlosen Desktop-Player nutzten noch heute über 40 Millionen Menschen. Keine kleine Zahl, aber Gratisnutzer und Abonnent sind zweierlei. Der Markt ist voll - Spotify, Apple Music, YouTube Music - und alle kassieren bereits monatlich. Die Frage ist nicht, ob Winamp ein Publikum hat, das sich erinnert, sondern wie viel dieses Publikums eine vierte Musikrechnung will.

Das Argument des Unternehmens stützt sich auf etwas, das tatsächlich passiert: die Rückkehr alter Technik. Kassetten, MP3-Player, sogar iPods sind wieder gefragt. Menschen kehren zu Tonträgern zurück, die sie in der Hand halten, statt zu einem Algorithmus, der ihnen sagt, was sie wollen. Winamp wettet darauf, dieses Gefühl verpacken und Streaming hinzufügen zu können.

Erinnert sei daran, dass dies nicht der erste Versuch ist. Auf dem Höhepunkt der Web3-Euphorie experimentierte Winamp mit NFTs und ließ Nutzer Musik-Token mit dem Player verknüpfen. Davor war eine Verwandlung in eine plattformübergreifende Mobil-App angekündigt. Zuletzt wandte sich die Marke Werkzeugen für Musiker zu - Monetarisierung und Vertrieb. Jede dieser Richtungen wurde als Rückkehr angekündigt.

Diese Ankündigung ist immerhin näher an dem, wofür man den Namen kennt. Ob sie reicht, um jemandem Geld aus der Tasche zu ziehen, der seit 1999 für keinen Musikplayer gezahlt hat - das weiß man erst 2027.