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Snapchat zahlt nicht mehr für Videos, die eine Maschine gemacht hat: verboten wurden sie nicht, ihnen wurde nur der Algorithmus abgestellt

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Snapchat zahlt nicht mehr für Videos, die eine Maschine gemacht hat: verboten wurden sie nicht, ihnen wurde nur der Algorithmus abgestellt

Snapchat hat mitgeteilt, vollständig maschinell erzeugte Videos in seinem Bereich Spotlight nicht mehr zu belohnen. Die Empfehlungssysteme werden so geändert, dass nur von echten Menschen geschaffene Inhalte in die Empfehlungen gelangen können - was in der Sprache der Plattformen eines bedeutet: keine Empfehlung, keine Aufrufe; keine Aufrufe, kein Geld.

Das Unternehmen verbietet künstliche Intelligenz nicht. Kreative dürfen ihre Werkzeuge weiterhin nutzen, um eine Aufnahme zu überarbeiten oder zu schneiden. Die Grenze verläuft an anderer Stelle - ein Clip, den eine Maschine von Anfang bis Ende erfunden hat, ist kein Produkt mehr, das die Plattform nach oben schieben will. In seinem Text schrieb Snapchat, Spotlight solle „ein Ort bleiben, an dem Menschen authentische Kreativität von echten Menschen entdecken“, denn es liege bleibender Wert darin, die persönliche Geschichte und jene Momente zu belohnen, die jemand selbst zu teilen entschied.

Beachten Sie, was in diesem Satz fehlt - das Wort „Verbot“. Das ist keine Moderations-, sondern eine Algorithmusentscheidung. Der Inhalt bleibt erlaubt, er bringt nur kein Geld mehr. Das ist der wirksamste Weg für eine Plattform, ihr Angebot zu verändern, ohne mit irgendjemandem eine Debatte über Meinungsfreiheit zu führen.

Snapchat ist nicht der Erste. LinkedIn führte kürzlich einen Knopf ein, mit dem Nutzer einen Beitrag als maschinellen Müll melden, Substack brachte ein Werkzeug zur Erkennung von Newslettern heraus, die ein Modell geschrieben hat, und YouTube präzisierte die Monetarisierungsregeln so, dass „nicht authentische Inhalte“ - generische, wiederholbare oder nach Schablone produzierte - keine Einnahmen bringen, einschließlich Clips, in denen erfundene Figuren über Gesundheit und Geld sprechen. Meta wiederum zog vergangenen Monat eine Instagram-Funktion vollständig zurück, die das Umarbeiten fremder Fotos aus öffentlichen Profilen erlaubte, nachdem sich Nutzer beschwert hatten.

Die Branche also, die uns jahrelang überzeugte, automatisierte Inhalte seien die Zukunft, baut nun geduldig Filter dagegen. Das ist kein Sinneswandel - es ist das Eingeständnis, dass das Angebot die Nachfrage überholt hat. Wenn jeder tausend Clips am Tag herstellen kann, bleibt als einzige Rarität der Beweis, dass hinter der Aufnahme ein Mensch stand.

Für Kreative aus dieser Region ist die Änderung konkreter, als sie aussieht. Kleine Märkte leben von Kurzformat und algorithmischen Empfehlungen - nur so erreicht eine Aufnahme aus Skopje oder Bitola ein Publikum, das sie sonst nicht finden könnte. Wird das Kriterium „hat das ein Mensch gemacht“, ist das eine gute Nachricht für jeden, der wirklich eine Kamera gehalten hat. Bleibt nur eine Frage: Wer trifft die Entscheidung, und anhand welches Beweises?