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Mucunski in Kyjiw unter Drohnen: „Grenzen können nicht mit Gewalt verändert werden“ - ein Satz, der in unserem Land anders wiegt

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Mucunski in Kyjiw unter Drohnen: „Grenzen können nicht mit Gewalt verändert werden“ - ein Satz, der in unserem Land anders wiegt

Die mazedonische Fahne wehte vor dem Außenministerium in Kyjiw, neben dem Eingang stand das Wrack einer abgeschossenen Drohne. Das ist die Szene, in der Minister Timčo Mucunski dem ukrainischen Minister Andrij Sybiha die Hand schüttelte.

Mucunskis Botschaft war direkt und ohne Verpackung: „Wir stehen an der Seite der Ukraine. Die Ukraine ist ein souveräner Staat. Ihre territoriale Integrität muss respektiert werden. Grenzen können nicht mit Gewalt verändert werden.“

Der letzte Satz verdient es, in einem Land wie unserem zweimal gelesen zu werden.

Was konkret vereinbart wurde

Nach Angaben des mazedonischen Außenministeriums ging es um die Vertiefung des politischen Dialogs, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Sicherheitsfragen und die europäische Perspektive beider Länder. Der konkreteste Punkt ist aber ein anderer: Mazedonien erklärte seine Bereitschaft, sich aktiv am Wiederaufbau der Ukraine zu beteiligen, sobald die Bedingungen dafür bestehen.

Das ist keine Erklärung, das ist Positionierung. Der Wiederaufbau der Ukraine wird ein gewaltiges Bau- und Infrastrukturvorhaben, und die Länder, die einen Anteil wollen, stellen sich jetzt an - nicht nach Kriegsende.

Mucunski traf auch Olexandr Kornijenko, den ersten stellvertretenden Vorsitzenden der Werchowna Rada, und erwies gemeinsam mit Sybiha die Ehre an der Gedenkmauer für gefallene Verteidiger.

Der Satz des Gastgebers

Sybiha sagte etwas, das man aus dem Protokolltext herausnehmen sollte: „Die Ukraine und Nordmazedonien sind auf diesem Weg keine Konkurrenten.“

Das ist ein Satz an ein Land, das seit Jahren zusieht, wie es in der EU-Schlange überholt wird. Ob Kyjiw das ernst meint oder ob es diplomatische Höflichkeit gegenüber einem gebrauchten Partner ist - das zeigt sich daran, wer von beiden zuerst ein Verhandlungskapitel öffnet.

Und warum dieser Besuch nicht Routine ist

Die ukrainische Botschafterin in Mazedonien, Larysa Dir, beschrieb den Besuch als wichtigen Ausdruck von Solidarität und Unterstützung, in einer Zeit verstärkter russischer Angriffe auf Kyjiw.

Das ist der Teil, den man in der Mitteilung nicht sieht. Ein Minister, der in einer Stadt landet, die nachts von Drohnen getroffen wird, reist nicht wegen einer Unterschrift unter einem Memorandum. Er reist, weil Anwesenheit in diesem Moment mehr bedeutet als jede Erklärung aus Skopje.

Mazedonien ist ein kleines Land mit bescheidenen Hilfsmöglichkeiten. Aber die Haltung, dass Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden, kostet nichts im Aussprechen und viel im Aufgeben. Wir haben sie bislang nicht aufgegeben.