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Neues Rauchergesetz: Tabak steckt hinter 3.600 Toten pro Jahr, Gastronomie bekommt ein Jahr zur Anpassung

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Neues Rauchergesetz: Tabak steckt hinter 3.600 Toten pro Jahr, Gastronomie bekommt ein Jahr zur Anpassung

Mazedonien bekommt ein neues Rauchergesetz - die erste ernsthafte Überarbeitung der Regelung seit 1995, die bis dahin ganze neun Mal geändert wurde. Gesundheitsminister Azir Aliu nannte die Zahl, die jede Debatte beenden sollte: Tabak steckt hinter rund 3.600 Todesfällen pro Jahr, also 13 Prozent aller Todesfälle, und kostet die Wirtschaft über 600 Millionen Euro jährlich.

Das Gesetz führt ein vollständiges Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen und Arbeitsräumen ein, weitet die Regeln auf E-Zigaretten und rauchlose Tabakprodukte aus und bringt strengere Schutzmaßnahmen für Kinder - ein Rauchverbot im Auto mit Minderjährigen sowie im Umkreis von 20 Metern um Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Online-Werbung und Influencer-Marketing für Tabakprodukte sind vollständig verboten.

Für die Gastronomie, die ein solches Gesetz am meisten fürchtet, gibt es eine Übergangsfrist. Sommerterrassen müssen an mindestens zwei Seiten offen sein, damit geraucht werden darf, und die Branche bekommt ein Jahr, um ihre Lokale anzupassen. Ein Vertreter der Gastronomiekammer äußerte Unterstützung für den Schutz der öffentlichen Gesundheit und räumte ein, dass eine stufenweise Umsetzung die wirtschaftlichen Folgen für die Betriebe abfedert.

Und hier ist das ewige Balkan-Dilemma. Jedes Land der Region hat ein strenges Rauchergesetz auf dem Papier - und rauchgefüllte Cafés in der Praxis. Die Frage ist nicht, ob das Gesetz gut aussieht (das tut es), sondern ob es durchgesetzt wird. Mit 14 Inspektionsstellen für die Kontrolle und einer einjährigen Übergangsfrist wird sich die Antwort erst zeigen, wenn die Frist abgelaufen ist. Bis dahin ist das Gesetz eine Absicht, keine Realität.