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Mazedonien reinigte 2025 nur 20,6 % seines Abwassers - 2,4 Milliarden Kubikmeter gingen direkt in die Natur

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Mazedonien reinigte 2025 nur 20,6 % seines Abwassers - 2,4 Milliarden Kubikmeter gingen direkt in die Natur

Laut Daten des Staatlichen Statistikamts wurden 2025 in Mazedonien nur 20,6 Prozent des Abwassers gereinigt. Von insgesamt 3,046 Milliarden Kubikmetern eingeleiteten Abwassers liefen nur 629 Millionen Kubikmeter durch eine Kläranlage. Der Rest - 2,4 Milliarden Kubikmeter - ging direkt in Flüsse, Seen oder das Grundwasser, ohne jede Behandlung.

Wer ist der größte Verschmutzer? Der Energiesektor. Er verbraucht 99 Prozent des gesamten von Unternehmen genutzten Wassers und leitet 3,021 Milliarden Kubikmeter Abwasser ab. Gereinigt wurden nur 624 Millionen. Das ist kein statistischer Fehler - das ist ein systemisches Versagen. Mazedonien baut seine Energieversorgung auf Kosten des Wassers, das wir trinken und mit dem wir Lebensmittel anbauen.

Die übrigen Sektoren haben ihre eigenen Zahlen, das Problem ist ähnlich. Die verarbeitende Industrie reinigte nur 2 Millionen von 14 Millionen Kubikmetern eingeleitetem Abwasser. Landwirtschaft und Bauwesen - null gereinigt. Nur der Bergbau reinigte alle seine 2 Millionen Kubikmeter.

Der globale Kontext ist alarmierend. Internationale Institutionen warnen, dass die Wassernachfrage das Angebot bis 2030 um 40 Prozent übersteigen könnte. Wasser wird zur ökonomischen Frage mit einem Gewicht, wie es das Öl im 20. Jahrhundert hatte. Und während Mazedonien mit einer 20-Prozent-Behandlungsrate in diese Epoche eintritt, lautet die Frage nicht „ob", sondern „wann" eine Wasserkrise eintritt.

Die Behörden, die seit Jahren zu dieser Zahl schweigen, haben ihre Gründe. Der Bau von Kläranlagen für den Energiesektor ist ein Millionenaufwand, und die Erhöhung der Wasser- und Stromtarife ist politisch unpopulär. Doch jedes Jahr, in dem diese Zahl unter 25 Prozent bleibt, erhöht die künftigen Kosten exponentiell. Das ist eine ökonomische Wahrheit, die kein Haushaltsprojekt unbegrenzt aufschieben kann. Die Tage, in denen sich Mazedonien 20,6 Prozent leisten konnte, gehen bereits zu Ende.