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Wohnungspreisindex auf Inseraten statt Verkäufen - Rettungsanker für wen genau?

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Wohnungspreisindex auf Inseraten statt Verkäufen - Rettungsanker für wen genau?

Der Präsident des Bauverbandes der Wirtschaftskammer, Andreja Serafimovski, sagte in der Sendung "Top Tema" auf Telma TV, es sei zu früh zu prognostizieren, ob sich die Preise stabilisieren oder weiter steigen werden. Er nannte ein Detail, das alles andere als ein Detail ist - der Index wird auf Basis inserierter Preise berechnet, nicht auf Basis tatsächlich realisierter Verkaufspreise.

Wenn der Wohnungspreisindex auf Inseratspreisen statt auf realisierten Preisen beruht, stellt sich eine ernste Frage - bekommen wir ein reales Bild des Marktes, oder eine Marktwahrnehmung, die den Kapitalwert aufbläht?

Ein Inseratspreis ist kein Verkaufspreis. Er ist Wunsch, Erwartung oder Strategie des Verkäufers. Werden solche Preise zur Grundlage für Indizes, Bewertungen und Analysen, lässt sich problemlos das Bild eines stetigen Wachstums und steigender Preise konstruieren - während die realen Transaktionen etwas ganz anderes erzählen.

In der Praxis liegt der Inseratspreis oft über dem Preis, zu dem die Wohnung tatsächlich verkauft wird, nach Verhandlungen, Rabatten und Marktkorrekturen. Eine für 120.000 Euro inserierte Wohnung kann realistisch für 105.000 oder 110.000 Euro verkauft werden.

In einem solchen System entsteht Raum für verzerrte Wahrnehmungen, und manche werden weiter gehen und von "bestellten Bewertungen" sprechen, die dem Erhalt und Aufblähen des Kapitalwerts dienen - besonders auf dem Immobilienmarkt.

Mit dieser Methodik entsteht das Risiko, dass der Index künstlich Preiswachstum anzeigt und ein verzerrtes Bild des Immobilienmarktes liefert.

Die Frage ist einfach: Wenn Wohnungen wirklich zu diesen Preisen verkauft werden, warum basiert der Index dann nicht auf realen Verträgen, notariellen Transaktionen und tatsächlichen Zahlungen?

Weil das Inserat den Markt nicht macht. Den Markt macht der Käufer, der wirklich gezahlt hat.