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Diamantcollier, gelbe Robe mit Schleppe und keine einzige Schicht Make-up: Pamela Anderson mit 59 in Venedig

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Diamantcollier, gelbe Robe mit Schleppe und keine einzige Schicht Make-up: Pamela Anderson mit 59 in Venedig

Pamela Anderson debütierte mit 59 Jahren beim Filmfestival von Venedig, und was alle bemerkten, war nicht die Robe. Es war das Gesicht. Keine einzige Schicht Make-up, sichtbare Sommersprossen, die Spuren, die Zeit hinterlässt - auf einem roten Teppich, auf dem die Branche für ästhetische Behandlungen mehr ausgibt als manche der dort gezeigten Filme kosten.

Die Entscheidung ist nicht neu. Anderson trägt seit drei Jahren kein Make-up mehr, seit Ende 2023, und die Erklärung stammt von ihr: „Ich habe es für mich getan, einfach um zu sagen, dass ich so gut genug bin, wie ich bin.“ Man findet selten einen Satz aus Hollywood, den keine PR-Agentur geschrieben hat.

Der Vollständigkeit halber: Der Rest war nicht bescheiden. Eine kanariengelbe Robe mit Bardot-Ausschnitt und Schleppe, ein Diamantcollier, passende Ohrringe, platinblondes Haar zu einem italienischen Chignon mit seitlicher Strähne und welliger Textur. Im Gesicht war nur ein sanfter Rosaton auf den Lippen und, sehr wahrscheinlich, braune Mascara für einen weicheren Effekt.

Genau das ist an der ganzen Sache wichtig. Das ist keine Absage an Ästhetik, sondern eine Verschiebung des Ortes, an dem sie sitzt. Robe, Schmuck, Frisur - alles da. Entfernt wurde der Teil eines weiblichen Gesichts, den die Industrie als reparaturbedürftigen Defekt behandelt.

In Venedig stellte sie Kornél Mundruczós Film „Place to be“ vor, in dem sie neben der 83-jährigen Ellen Burstyn und Taika Waititi spielt. Es ist ihr erster Film bei der Mostra. Bei der amfAR-Gala erhielt sie eine Auszeichnung und sprach dort über die Hepatitis C, die sie in den Neunzigern bekam und die sie damals als Todesurteil erlebte. Seit 2015 ist sie virusfrei.

Deshalb geht es beim Bild aus Venedig nicht um Make-up. Ein Gesicht mit 59, zwei Schauspielerinnen - eine davon 83 - und ein Film. Für eine Industrie, die Pamela Anderson jahrzehntelang als Poster und nicht als Schauspielerin verkauft hat, ist das eine größere Wende als jede Verwandlung.