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Die Künstler bemalten die Wände, und die Immobilienwerte stiegen bei den Eigentümern: Wie ein verlassenes Viertel in Miami 200 Murals bekam

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Die Künstler bemalten die Wände, und die Immobilienwerte stiegen bei den Eigentümern: Wie ein verlassenes Viertel in Miami 200 Murals bekam

Vor dreißig Jahren war Wynwood ein Industriegebiet von Miami mit Fabriken, Lagerhallen und einfachen Arbeiterwohnungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es das wichtigste puerto-ricanische Viertel und bekam den Spitznamen „Little San Juan“. Dann verschwand die Industrie, die Hallen standen leer, und das Viertel verfiel langsam. Heute tragen genau diese Wände über 200 Murals.

Die Geschichte der Wende ist keine Geschichte über Künstler - es ist eine Geschichte über den Quadratmeter. Die leeren Lagerhallen und niedrigen Mieten zogen Künstler an, weil sie etwas boten, was keine Galerie kann: riesige leere Flächen. Als 2002 die Art Basel Miami Beach und der monatliche Galerienrundgang „Second Saturday“ kamen, lief die Maschine bereits.

Der entscheidende Name ist Tony Goldman, ein Immobilienentwickler, der gemeinsam mit dem Kurator Jeffrey Deitch die „Wynwood Walls“ eröffnete. Die Idee war, Gebäudefassaden zu nehmen und in Leinwände zu verwandeln. Das Ergebnis ist heute ein Freilichtmuseum mit Eintritt - über 40 großformatige Murals, Skulpturen, Galerien, fünfzigminütige Führungen und Sprühdosen-Workshops.

Die Zahlen erklären den Besucherandrang. Über 200 Murals, mehr als 100 Künstler aus über 30 Ländern, auf mehr als 7.000 Quadratmetern ständig wechselnder Straßenkunst. Nichts davon ist dauerhaft - genau das ist der Punkt. Eine Wand, die Sie dieses Jahr fotografieren, gibt es nächstes Jahr vielleicht nicht mehr.

Dazu kommt das 2019 eröffnete „Museum of Graffiti“, das den Weg des Graffiti vom reinen Vandalismus zu etwas nachzeichnet, das auf Auktionen verkauft wird. Dieser Übergang ist interessanter als die Bilder selbst. Jemand sprühte auf einen Zug und rannte vor der Polizei weg, und sein Enkel verkauft heute einen Print für tausend Dollar.

Das Viertel lebt inzwischen auch von Kaffee und Essen. „Panther Coffee“, eine 2010 von Joel und Leticia Pollock eröffnete Rösterei, gilt als der Ort, der die kreative Gemeinschaft zusammenhielt, bevor alles andere kam. Es gibt die Taqueria „Taquiza“, das italienische „Doma“, Zaks Bäckerei und „Hiden“ - eine Omakase-Bar, die nur mit Reservierung und täglichem Geheimcode öffnet.

Von Skopje aus ist bemerkenswert, wer profitiert hat. Die Künstler bemalten die Wände, und die Immobilienwerte stiegen für jene, denen die Gebäude gehörten. Das ist ein Modell, das wir kennen, ohne nach Florida zu fliegen. Der Unterschied: Dort tut niemand so, als wäre es nicht passiert.