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Nietzsche wusste es vor hundert Jahren: Ehen scheitern nicht am Mangel an Liebe, sondern am Mangel an Freundschaft

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Nietzsche wusste es vor hundert Jahren: Ehen scheitern nicht am Mangel an Liebe, sondern am Mangel an Freundschaft

Friedrich Nietzsche schrieb den Satz vor über hundert Jahren, und niemand hat ihn seither übertroffen: „Nicht der Mangel an Liebe, sondern der Mangel an Freundschaft macht unglückliche Ehen.“ Der deutsche Philosoph, Autor von „Also sprach Zarathustra“ und „Jenseits von Gut und Böse“, schrieb keinen Beziehungsratgeber. Genau deshalb trifft der Satz härter als jeder Ratgeber.

Die Psychologin Lara Ferreiro erklärt es mit einer Formulierung, die jeder kennt, der lange in einer Beziehung war: „Es kann Liebe geben und trotzdem Distanz, Einsamkeit, Unverständnis oder Wut.“ Zwei Menschen lieben einander, leben unter einem Dach und fühlen sich allein. Das ist kein Paradox - das ist die häufigste Diagnose.

Freundschaft in einer Beziehung ist laut ihr keine Zärtlichkeit. Sie ist Vertrauen, gemeinsames Lachen, Unterstützung und das Gefühl, dass „der andere auf deiner Seite steht“. Beachten Sie, wie wenig davon mit Romantik zu tun hat. Keines dieser vier Elemente verlangt Kerzen, ein Abendessen oder einen Jahrestag.

Ferreiro benennt drei Dinge, die zuerst sterben. Das erste ist emotionale Nähe - der Moment, in dem man aufhört, ehrlich zu sprechen, aus Angst, ausgelacht oder verurteilt zu werden. Das zweite ist Neugier: Nach ein paar Jahren ist man überzeugt, den Menschen neben sich vollständig zu kennen, dabei verändern sich Menschen ständig. Das dritte ist Bewunderung - was einem an jemandem einst am schönsten war, wird unsichtbar, und die Kritik nimmt seinen Platz ein.

Es gibt auch eine gute Nachricht in alldem. Streit ist kein Zeichen dafür, dass eine Beziehung scheitert. Entscheidend ist, wie man sich im Streit verhält und was man danach tut. Eine Beziehung misst sich nicht an der Zahl guter Tage, sondern daran, wie schnell sie sich nach einem schlechten repariert.

Ferreiros Antwort am Ende ist enttäuschend einfach und gerade deshalb glaubwürdig: kleine alltägliche Gesten. Fragen, wie der Tag war. Danke sagen. Zeit miteinander verbringen, ohne Handy auf dem Tisch. Nichts davon kostet Geld, nichts davon wird gepostet, und genau deshalb wird es am leichtesten vergessen.