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Das Pentagon enthüllt Standort eines Atom-U-Boots in Gibraltar: eine Botschaft an Teheran, das nicht verhandeln will

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Das Pentagon hat etwas in der amerikanischen Militärpraxis extrem Seltenes getan - es hat offiziell die Position eines seiner Atom-U-Boote bekannt gegeben. Ein ballistisches U-Boot der Ohio-Klasse ist in Gibraltar angekommen, dem britischen Gebiet an der Südküste Spaniens. Und alle wissen es, weil die Sechste Flotte es per Pressemitteilung verkündete.

Das ist kein Kommunikationsfehler. Das ist ein Signal, das direkt an Teheran gerichtet ist. Die Standorte amerikanischer Atom-U-Boote werden in der Regel streng geheim gehalten. Wenn das Pentagon sie veröffentlicht, gibt es einen Grund. Der Grund dieses Mal: Trump hatte am Vortag das jüngste iranische Friedensangebot abgelehnt und es als „unglaublich schwach" bezeichnet.

Was fordert der Iran? Laut Teheran: Kriegsreparationen, iranische Souveränität über die Straße von Hormus und die Aufhebung der US-Sanktionen. Verfrühte Positionen für jemanden, der aus einer Position der Schwäche zu verhandeln scheint. Trump las das so und antwortete mit zwei Dingen - der Ablehnung des Angebots und einem U-Boot in Gibraltar.

U-Boote der Ohio-Klasse sind nicht gewöhnlich. Es sind 14 U-Boote mit ballistischen Raketen und 4 mit Marschflugkörpern. Die ballistischen können Trident-II-Raketen tragen und lange Abschreckungsmissionen fahren - mit anderen Worten: Sie sind die „letzte Reihe" der amerikanischen nuklearen Triade. Die Marschflugkörper-Versionen können über 150 Tomahawks tragen.

Die Pressemitteilung der Sechsten Flotte war bewusst tastend: „Der Hafenbesuch zeigt die Fähigkeit, Flexibilität und das anhaltende Engagement der USA für ihre NATO-Verbündeten". Das ist diplomatische Sprache. Für den Leser in Teheran aber ist die Botschaft klar: „Wir können euch von hier aus treffen, wann immer wir wollen".

Für den Balkan ist das wichtig, weil Gibraltar nicht „weit" ist. Die Luftlinie nach Skopje beträgt weniger als 3.000 Kilometer. Wenn ein Atom-U-Boot in dieser Nähe operiert, ist das nicht außerhalb unserer Nachbarschaft - es ist in ihr. Und eine Eskalation zwischen den USA und dem Iran ist nichts, dem wir am Rand zusehen können.

Das iranische Gegenangebot, besonders der Teil über die Souveränität über die Straße von Hormus, wird, falls es angenommen wird, die gesamten Energiebilanzen der EU umkehren. Und damit direkt die Benzin- und Heizpreise auf dem Balkan im kommenden Winter. Der Iran und die USA reden nicht nur über sich selbst. Sie reden über unsere Haushaltskassen.