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USA in geheimen Verhandlungen mit Dänemark: drei Militärbasen in Grönland als amerikanisches Hoheitsgebiet

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Grönland ist wieder in amerikanischen Schlagzeilen - diesmal nicht als Tweet. USA und Dänemark verhandeln derzeit im Geheimen über eine Ausweitung der amerikanischen Militärpräsenz auf der Insel, berichtet die BBC. Die Unterhändler haben sich seit Mitte Januar mindestens fünfmal getroffen.

Washingtons Forderung - drei neue Militärbasen im Süden Grönlands. Ein halbautonomes dänisches Hoheitsgebiet. Die diplomatische Offensive ist eine direkte Antwort auf die Krise, die Trump im Januar auslöste, als er erklärte, die USA müssten Grönland „besitzen", damit es nicht in russische oder chinesische Hände falle. „Es kann leichter oder schwerer gehen", lautete seine bekannte Formel.

Das Weiße Haus bestätigte hochrangige Gespräche mit Grönland und Dänemark, ohne Details. Das dänische Außenministerium räumt einen „aktiven diplomatischen Kanal" ein, lehnt aber öffentliche Erläuterungen ab. Nach ungeschriebener offizieller Regel: Manches löst sich besser mit einer Unterschrift als mit einem Mikrofon.

Was fordern die amerikanischen Unterhändler? Laut Quellen, die den Gesprächen nahe stehen, sollen die drei neuen Basen zum amerikanischen Hoheitsgebiet erklärt werden. Das ist keine „gemeinsame Basis". Das ist ein Stück Grönland, das unter amerikanischer Jurisdiktion und amerikanischem Recht funktioniert. Einer der Standorte dürfte Narsarsuaq sein, eine ehemalige US-Militärbasis mit bestehender Flugzeuginfrastruktur.

Ganz neu ist das nicht. Im Kalten Krieg hatten die USA 17 Militäranlagen in Grönland. Heute funktioniert nur eine - Pituffik im Nordwesten, im Dienst des NORAD-Frühwarnsystems. Von 17 auf 1, und jetzt zurück Richtung 4. Ein Zyklus, der davon abhängt, wer als Bedrohung wahrgenommen wird.

Die Verhandlungen führt Michael Needham vom State Department, der zwischen Trumps Ambitionen und Dänemarks Vorbehalten balanciert. Die Ironie - Trumps eigener Sondergesandter für Grönland nimmt an den eigentlichen Treffen selten teil.

Die Balkan-Perspektive - wenn eine Großmacht „Basen" fordert, geht es nie nur um Basen. Es ist territoriale Ambition mit offiziellem Stempel. Der Balkan kennt das von Camp Bondsteel und Bosnien. Und immer, wenn unterschrieben wird, erfährt die lokale Bevölkerung als Letzte, was ihr Staat gerade mit ihr macht.