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„Beton - der Tod des Tourismus“: Bürger auf SUP-Boards lenkten die Motorboote im Ohridsee um

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„Beton - der Tod des Tourismus“: Bürger auf SUP-Boards lenkten die Motorboote im Ohridsee um

Wenn Institutionen lange genug schweigen, fangen Bürger an zu improvisieren. In Lagadin sah das so aus: Menschen auf SUP-Boards fuhren in den Ohridsee hinaus und drängten Boote, Motorboote und Jetskis körperlich auf den Abstand zurück, den das Gesetz ohnehin vorschreibt.

Organisiert wurde die Aktion vom Verein „Star Lagadin“, unterstützt von der „Grünen Volksgarde“. Der angegebene Grund ist einfach und bekannt: zu wenig Reaktion der zuständigen Institutionen. Der Protest ging danach an Land weiter, mit Transparenten auf Englisch - „UNESCO, we have a problem“ - und auf Mazedonisch: „Beton - der Tod des Tourismus“ und „Urbanisierung ohne Kanalisation“.

Artikel 13, der auch ohne sie gilt

Auf einem der Transparente stand eine konkrete Rechtsnorm - Gesetz über die Binnenschifffahrt, Artikel 13. Wasserfahrzeuge sind verpflichtet, angemessenen Abstand zu ausgewiesenen Badestellen und Stränden zu halten. Das ist keine Forderung, das ist eine geltende Pflicht. Die Organisatoren stellten eine Frage, die sie durch ihre bloße Anwesenheit im Wasser selbst beantworteten: „Muss erst eine Tragödie passieren, damit Institutionen die Gesetze anwenden? Im See? Auf der Straße?“

Wir haben also ein geltendes Gesetz, eine Behörde, die es durchsetzen soll, und Bürger, die es mit dem eigenen Körper an ihrer Stelle durchsetzen. Die Frage ist nicht, ob der Protest ungewöhnlich ist. Die Frage ist, welche Behörde ihre Arbeit nicht gemacht hat, damit es so weit kommen konnte.

Das Hotel direkt am Ufer

Der zweite Teil der Forderungen betrifft das umstrittene Hotel, das direkt am Ufer gebaut wird. Mit Botschaften wie „Antikorruptionsermittlung für das Hotel in Lagadin!“ und „Hotel Lagadin - Städtebaukriminalität“ verlangten die Bürger, dass die Staatliche Antikorruptionskommission und die Staatsanwaltschaft das gesamte Genehmigungsverfahren prüfen.

Die Forderungsliste des Vereins ist lang, aber alle Punkte sind von derselben Art: das bestehende Binnenschifffahrtsgesetz durchsetzen, mit Strafen für Verstöße; die Fahrrinnen klar markieren; Fußgängerüberwege und Tempolimits in den bewohnten Uferabschnitten; dringend einen Raumordnungsplan für das Ufer beschließen; und alle illegalen Bauten in der UNESCO-Schutzzone entfernen.

Keine dieser Forderungen ist revolutionär. Jede beschreibt Arbeit, für die jemand bereits bezahlt wird. Das ist der ganze Punkt.

Der Ohridsee steht unter UNESCO-Schutz, und genau dieser Status ist der Grund, warum Empfehlungen jahrelang aufgeschoben statt umgesetzt werden. Der Verein warnt, dass die Verzögerung der Schutzmaßnahmen den Zustand verschlechtert. Offen bleibt die Frage, ob wir den Status erst verlieren müssen, damit klar wird, was er wert war.