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Ein halbes Gehalt für Lebensmittel, und die Weltbörsen kündigen plus 11,8 Prozent an: der Schlag kommt hier im Herbst

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Ein halbes Gehalt für Lebensmittel, und die Weltbörsen kündigen plus 11,8 Prozent an: der Schlag kommt hier im Herbst

Die aussagekräftigste Zahl kommt nicht von den Börsen. Sie kommt vom Statistischen Amt: Lebensmittel und Getränke beanspruchen 50,1 Prozent des gesamten Haushaltsbudgets in Mazedonien. Ein halbes Gehalt, nur um zu essen. Alles andere - Strom, Miete, Medikamente, Kinder - kommt aus der anderen Hälfte.

Deshalb ist eine globale Prognose keine abstrakte Meldung aus London. Laut einer Analyse von Oxford Economics steigen die weltweiten Lebensmittelpreise 2026 um 11,8 Prozent und 2027 um weitere 4,8 Prozent. Der größte Druck wird bei Getreide, frischem Gemüse und Milchprodukten erwartet.

Was die Indizes zeigen

Der FAO-Lebensmittelpreisindex verzeichnete im Juli ein monatliches Plus von 0,6 Prozent - bescheiden. Der Getreideindex sprang jedoch in einem Monat um 3,4 Prozent, der Weltmarktpreis für Weizen um 5,8 Prozent. Analysten erwarten im dritten Quartal ein Niveau rund 36 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Die Gründe sind kein Rätsel. Hitzewellen drückten die Erträge bei den großen Produzenten. Düngerpreise sollen dieses Jahr um 22 Prozent steigen, Diesel war im Juli bereits 36 Prozent teurer als im Vorjahr. Der europäische Verband Coceral senkte seine Prognose für die Getreideernte in EU und Großbritannien auf 286,6 Millionen Tonnen, gegenüber rund 310 Millionen im Vorjahr. Deutschland allein erwartet ein Minus von 7 Prozent, auf 41,9 Millionen Tonnen.

Hier: ein Schutz und eine Schwachstelle

Mazedonien ist beim Weizen einigermaßen geschützt, dank der vorjährigen Ernte von über 300.000 Tonnen, die laut Landwirtschaftsministerium den Inlandsbedarf deckt. Das ist ein realer Vorteil, und das gehört gesagt.

Die Schwachstelle liegt woanders. Lebensmittelindustrie und Mühlen hängen an Strom, importierten Rohstoffen, Verpackung und Transport. Kein Weizenlager bezahlt die Stromrechnung der Mühle. Eine vollständige Abschirmung von den Börsen gibt es also nicht, so gut die Ernte auch war.

Zusätzlicher Druck kommt von innen. Im Juli lagen die Kosten für Betriebsmittel bei mazedonischen Landwirten um 4,1 Prozent höher, während die Ankaufspreise um 5,5 Prozent fielen. Der Landwirt wird von beiden Seiten gleichzeitig gedrückt - und genau deshalb hat er keinen Spielraum, künftige Preissteigerungen selbst aufzufangen.

Wann es sichtbar wird

Der Effekt kommt nicht auf einmal. Die Prognosen teilen ihn in zwei Wellen: Oktober und November 2026 für frisches Obst und Gemüse, dann Februar bis Mai 2027 für Verarbeitetes, Brot, Teigwaren und Milchprodukte.

Das ist ein ziemlich langer Vorlauf für einen angekündigten Zustand. Lang genug, dass jemand in der Regierung ausrechnet, was 11,8 Prozent für ein Budget bedeuten, in dem Lebensmittel schon die Hälfte ausmachen. Ist diese Rechnung überhaupt gemacht worden, oder taucht sie irgendwann im November als Überraschung auf?