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Brände bei Kumanovo, Prozess um die Staatliche Lotterie, West-Nil-Fieber, Protest in Lagadin

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Brände bei Kumanovo, Prozess um die Staatliche Lotterie, West-Nil-Fieber, Protest in Lagadin

33 Brände in 24 Stunden, bei Kumanovo erreichte das Feuer die Höfe

Das Krisenmanagementzentrum meldete am Montagmorgen dreiunddreißig Brände innerhalb eines Tages. Vier brennen weiter, fünfundzwanzig sind gelöscht. In Kičevo, in der Gemarkung Tajmište, brennt ein hochstämmiger Buchenwald, und im Kumanovoer Vinče erfasste das Feuer Wohnhäuser. Das ist der Punkt, an dem Statistik aufhört, eine Tabelle zu sein, und zu jemandes Dach wird. Die Zahlen vor Ort halten freiwillige Feuerwehren und Landwirte, die mit eigenen Maschinen anrücken. Der Staat übernimmt die Rolle des Koordinators.

Acht Angeklagte, 231 Beweisstücke und ein leerer Stuhl

Vor dem Grundstrafgericht in Skopje begann der Prozess um die „Staatliche Lotterie“, mit einem Schaden von rund 8,25 Millionen Euro. Auf der Anklagebank saß Artan Grubi, der frühere erste Vizepremier. Prparim Bajrami, der ehemalige Generaldirektor der Lotterie, erschien nicht: Er ist seit etwa zwei Jahren flüchtig. Angeklagt wird Amtsmissbrauch, Höchststrafe fünf Jahre Haft. Die Verhandlungstermine liegen dicht über September und Oktober verteilt, was hierzulande eine gute Nachricht ist. Große Verfahren ziehen sich sonst mit monatelangen Pausen.

Höchste Rate in Europa, gesprüht wird seit Mai

Mazedonien hat die höchste Rate an West-Nil-Fieber-Erkrankungen pro Million Einwohner in Europa: 43 Fälle, vier Tote, etwa 20,3 Fälle pro Million gegenüber 15,1 in Griechenland und 5,3 in Italien. In der Region Skopje sind 34 Risikostandorte kartiert, davon 13 Hochrisikostandorte. Die Mückenbekämpfung läuft seit Mai, das Koordinationstreffen mit den Skopjer Bürgermeistern fand am 19. August statt. Die Maßnahmen laufen seit Monaten, die Rate ist trotzdem die höchste Europas. Das Problem liegt also woanders: im stehenden Wasser, das niemand beseitigt.

Bürger auf SUP-Brettern setzen Artikel 13 durch

In Lagadin fuhren Menschen auf SUP-Brettern in den Ohridsee und lenkten die Motorboote körperlich um, hin zu jenem Abstand, den das Binnenschifffahrtsgesetz längst vorschreibt. Die Transparente forderten eine Antikorruptionsermittlung zu dem Hotel, das direkt am Ufer entsteht. Keine einzige Forderung des Vereins ist revolutionär: Jede beschreibt Arbeit, für die jemand bereits bezahlt wird. Der See steht unter UNESCO-Schutz, und genau dieser Status ist der Grund, warum sich die Empfehlungen seit Jahren hinziehen.

Fahrer gelten als Touristen, deshalb geht der Protest vor die EU

Ein Berufsfahrer, der im Lkw auf Europas Straßen lebt, bekommt dieselben neunzig Tage in hundertachtzig wie jeder Urlauber. Die mazedonischen Transportunternehmer protestieren am 31. August vor der EU-Delegation, abgestimmt mit Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro. Ihre Frage lautet, warum türkische Fahrer Berufsvisa erhalten und balkanische nicht. Bringt das Brüsseler Treffen am 1. September keine Lösung, folgt ab dem 14. September die vollständige Blockade der Grenzübergänge.

Paprika, Preissprünge und ein Bergwerk, das die Anwohner wollen

Der Abnahmevertrag für Paprika in Strumica hielt vier Tage: Die Landwirte forderten schriftliche Garantien und bekamen eine Pressekonferenz. Gleichzeitig kündigen die Weltbörsen ein Plus von 11,8 Prozent bei Lebensmitteln an, der Schlag trifft uns im Herbst, in einem Land, in dem schon ein halber Lohn für Essen draufgeht. In Ilovica dagegen wollen die Bewohner das Kupferbergwerk, was nicht die übliche Geschichte ist, doch auch dort ist „volle Garantie“ im Bergbau ein schweres Wort.

Was trotzdem gelang

Das Wasser in Skopje ist sicher: 412 Proben, 47 Messstellen, keine einzige Abweichung. Ein Schwarzbau in Skopje Nord verschwand über das Wochenende von selbst, nachdem der Abriss angekündigt worden war. Manchmal reicht die Ankündigung. Zwei Skopjer Kindergärten bekommen neue Installationen und Böden, nach vierzig Jahren ohne Sanierung. Das Parlament wiederum dementiert, private Versicherungen für Abgeordnete zu bezahlen.

Der leichtere Teil des Tages

Pelister warf Partizan vor voller Halle im August, und Ohrid nahm Vardar den Pokal ab, im Handballwochenende. Jokić überredete DeRozan persönlich zum Wechsel nach Denver, während Mazedonien nach Wien aufbricht. Und in Bayern gibt es eine Stadt, in der Werbetafeln schlicht nicht erlaubt sind, Stein für Stein wieder aufgebaut, nachdem vierzig Prozent davon 1945 dem Erdboden gleichgemacht wurden.

Wenn die Zuständigkeit existiert und niemand sie ausübt

Der schwerere Teil des Tages kreist um dieselbe Frage. Das Binnenschifffahrtsgesetz gilt auch ohne Bürger auf SUP-Brettern; die Mückenbekämpfung läuft seit Mai, die Rate ist Rekord; die Anklage zur Lotterie ist erhoben, der Hauptmann jedoch seit zwei Jahren außer Reichweite; die Feuerlinie halten Menschen, die am nächsten Morgen zu ihrer eigenen Arbeit zurückkehren. Jeder dieser Mechanismen existiert formal und hat jemanden, der dafür bezahlt wird, ihn zu bewegen. Was sich täglich ändert, sind die Menschen, die dort einspringen, wo die Institution hätte stehen sollen.

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