Skip to content

Massive russische Offensive auf Kiew, Rubio spricht vom Kriegsende - ruft aber zur Evakuierung des diplomatischen Personals auf

1 Min. Lesezeit
Teilen
Massive russische Offensive auf Kiew, Rubio spricht vom Kriegsende - ruft aber zur Evakuierung des diplomatischen Personals auf

US-Aussenminister Marco Rubio erklärte nach einem Telefonat mit dem russischen Kollegen Sergei Lawrow, Washington „bleibe bereit", im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland zu vermitteln. Die Erklärung kam nach einem der massivsten russischen Luftangriffe auf Kiew in den vergangenen Monaten - mit mindestens vier Opfern und erheblichen Sachschäden in der Hauptstadt.

„Die USA sind bereit und gewillt, alles in ihrer Macht zu tun, um das Ende dieses Krieges zu erleichtern, und wir hoffen, dass sich irgendwann die Möglichkeit ergibt", sagte Rubio in Indien. Das ist diplomatische Sprache, die das amerikanische Engagement formal aufrechterhält, ohne sich konkret zu binden. Übersetzung: Wir warten auf den Moment. Wir arbeiten nicht am Moment. Wir warten.

Der Kontext: Russen riefen alle ausländischen Staatsbürger in Kiew, einschliesslich diplomatischen Personals, dazu auf, die Stadt vor neuen Bombardierungen zu verlassen, die „Entscheidungszentren" und „Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes" treffen werden. Das ist ein klares Warnsignal für eine Eskalation - nicht für eine Deeskalation.

Auf der anderen Seite führten die Ukrainer wenige Tage vor dieser russischen Offensive einen tödlichen Schlag gegen eine Schule in russisch besetztem Gebiet aus. Beide Seiten haben Opfer, beide Seiten beschuldigen sich. Dazu sagte Rubio: „Jedes Mal, wenn man grosse Angriffe von beiden Seiten sieht, ist es ein Mahnruf, warum dieser furchtbare Krieg... enden muss". Die Rhetorik ist hohl - das wissen alle. Die Frage ist, wer den ersten echten Schritt macht.

Für den Balkan bestimmt dieser Krieg seit mehr als drei Jahren alles - Energiepreise, Migrationskalküle, Sicherheitsinvestitionen, die Politik in Brüssel. Wenn Rubio sagt „es muss enden", klingt das gut. Aber der politische Wille fehlt. Beide Seiten glauben, sie können noch mehr gewinnen - und deshalb hängen die Strompreise bei uns für den nächsten Winter nicht mehr von Kalifornien ab. Sie hängen von Moskau und Kiew ab.