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94.847 Menschen arbeiten außerhalb des Systems: Die Schattenwirtschaft kostet den Staat bis zu 448 Millionen Euro jährlich

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94.847 Menschen arbeiten außerhalb des Systems: Die Schattenwirtschaft kostet den Staat bis zu 448 Millionen Euro jährlich

2025 gab es in Mazedonien 94.847 informell Beschäftigte. Das ist ein Anstieg um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig zeigt die offizielle Statistik eine um 6,6 Prozent gesunkene Arbeitslosigkeit und eine um 1,5 Prozent gestiegene Zahl der Beschäftigten.

Beide Trends laufen zusammen, und genau das ist das Problem. Die Arbeitslosigkeit sinkt teils, weil Menschen Arbeit finden - und teils, weil sie Arbeit finden, die nirgends erfasst ist.

Was das kostet

Eine Analyse in „Trudbenik“, der Gewerkschaftszeitung des Gewerkschaftsbunds, rechnet zwei Szenarien durch. Wären mehr als 100.000 informell Beschäftigte zum Mindestlohn angemeldet, läge der Jahreseffekt bei rund 245 Millionen Euro. Rechnet man mit dem Durchschnittslohn, wären es rund 448 Millionen Euro jährlich.

Der Gewerkschaftsbund räumt ein, dass diese Rechnungen illustrativ sind und kein Geld, das automatisch in den Haushalt fließen würde. Entscheidend ist die Größenordnung: Es geht um Summen, die ganzen Haushaltslinien entsprechen - jedes Jahr verloren, geräuschlos.

Das Institut Finance Think stellte in seiner Untersuchung fest, dass die Schattenwirtschaft 2020 bei 23,2 Prozent des BIP lag. Neuere Schätzungen sehen sie über 30 Prozent. Im Februar kündigte die Regierung Maßnahmen an, um die informelle Wirtschaft bis Ende 2027 von 28,9 auf 26 Prozent des BIP zu senken - weniger als drei Prozentpunkte in zwei Jahren.

Wer die Rechnung zahlt

Der größte Teil der informell Beschäftigten arbeitet in Land- und Forstwirtschaft, Fischerei sowie im Bau. Das sind keine Branchen, in denen sich großes Kapital versteckt - es sind Branchen, in denen im Freien gearbeitet, bar bezahlt und keine Quittung verlangt wird.

Der Gewerkschaftsbund weist darauf hin: Sind Arbeitnehmer nicht angemeldet oder werden Löhne niedriger ausgewiesen als sie sind, verliert der Staat Steuer- und Beitragseinnahmen, und die Beschäftigten verlieren Ansprüche auf soziale Sicherheit, Rentenjahre und Gesundheitsversorgung. Der Effekt auf das Rentensystem ist unmittelbar: Auf jeden Rentner kommen immer weniger beitragszahlende Arbeitnehmer.

Es gibt ein drittes Opfer, über das selten geschrieben wird - die Unternehmen, die sich an das Gesetz halten. Wer alle Beschäftigten anmeldet und pünktlich Steuern zahlt, steht schlechter da als wer es nicht tut. So wird Regeltreue zum Zusatzkosten für die Gewissenhaften statt zum Standard für alle.

Die Zahl, die die Gewohnheit erklärt

Rund 73 Prozent der formell Beschäftigten verdienen unter dem Durchschnittslohn, und fast jeder zweite Arbeitnehmer hat ein Monatseinkommen von bis zu 600 Euro. Wenn der offizielle Lohn so aussieht, ist der Unterschied zwischen angemeldet und nicht angemeldet kein moralisches Dilemma mehr, sondern Überlebensarithmetik.

Finance Think nennt die Ursachen: niedrige Steuermoral, Misstrauen gegenüber Institutionen, Korruption und ineffiziente Verwaltung. Keine dieser vier löst sich durch eine Kontrolle. Sie lösen sich dadurch, dass der Bürger sieht, wohin sein Geld geht - was schwerer und langsamer ist und bis 2027 nicht passieren wird.