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Die Schmetterlinge im Bauch sind real: 80 Prozent der Signale wandern vom Darm zum Gehirn

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Die Schmetterlinge im Bauch sind real: 80 Prozent der Signale wandern vom Darm zum Gehirn

Wir alle kennen das Gefühl - Schmetterlinge im Bauch vor einem wichtigen Moment, ein Krampf vor der Prüfung, ein unerwartetes Bedürfnis nach der Toilette vor einem großen Gespräch. Lange haben wir es abgetan als "das ist nur im Kopf". Es stellt sich heraus, dass genau das Gegenteil stimmt: Das Gefühl ist real, und es beginnt im Bauch und arbeitet sich nach oben, nicht vom Kopf nach unten.

Die Biologin Tamara Pazos erklärt es einfach - Gehirn und Darm führen ein ständiges Gespräch. Das Verdauungssystem ist über das sogenannte enterische Nervensystem direkt mit dem Nervensystem verbunden, das nicht zufällig das "zweite Gehirn" genannt wird. Die Verbindung trägt der Vagusnerv, eine lange Nervenstruktur, die das Gehirn mit den inneren Organen verbindet. Und hier ist die Schlüsseltatsache, die das ganze Bild umkehrt: Etwa 80 Prozent der Signale wandern vom Darm zum Gehirn, nicht umgekehrt.

Mit anderen Worten: Der Darm meldet dem Gehirn ständig, was bei der Verdauung geschieht, und das beeinflusst, wie wir uns fühlen. Wenn wir vor etwas Wichtigem stehen, schaltet das Gehirn den Alarm ein - die Aufmerksamkeit steigt, Stresshormone werden freigesetzt, und die Arbeit der Organe verändert sich, der Darm eingeschlossen. Daher der Krampf, das Unbehagen oder das plötzliche Bedürfnis im ungünstigsten Moment.

Der Neurowissenschaftler Ignacio Morgado von der Universität Barcelona fügt hinzu, dass Emotionen überhaupt nicht rein mental sind - der Körper beteiligt sich aktiv, durch die ständige Überwachung der Muskelspannung, des Herzschlags, der Atmung und der Verdauung. Deshalb gibt das Verliebtsein genau dieses Gefühl: eine Mischung aus Emotion, Ungewissheit und Neuem, die denselben Mechanismus auslöst wie Stress, nur dass es diesmal angenehm ist.

Der Punkt ist nicht esoterisch, sondern praktisch. Wenn sich dein Bauch das nächste Mal vor etwas Wichtigem regt, ist das weder Schwäche noch Einbildung - es sind Körper und Geist, die als ein System arbeiten. Und vielleicht ist es eine gute Erinnerung: Wenn der Darm so laut mit dem Gehirn spricht, lohnt es sich, so zu essen und zu atmen, dass man ihm zuhört.