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Süß, sauer und scharf im selben Bissen: Die thailändische Küche ist zu Hause leichter, als sie aussieht

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Süß, sauer und scharf im selben Bissen: Die thailändische Küche ist zu Hause leichter, als sie aussieht

Wenige Küchen der Welt balancieren so viele Gegensätze auf einem Teller wie die thailändische. Süß, salzig, sauer, bitter und scharf - alles zugleich, im selben Bissen. Und entgegen ihrem Ruf, kompliziert zu sein, lässt sich vieles davon zu Hause in etwa zwanzig Minuten zubereiten, wenn man die richtigen Zutaten und die Geduld für den ersten Versuch hat.

Das Herz des thailändischen Geschmacks liegt nicht in irgendeiner mystischen Technik, sondern in einer Handvoll Zutaten, die alles verändern. Zitronengras gibt einen Zitrushauch, Galgant - eine Wurzel ähnlich dem Ingwer - trägt eine harzige Schärfe, Kaffirlimettenblätter riechen nach etwas, das sich nicht beschreiben lässt, und thailändisches Basilikum (anders als das mediterrane, mit einer Anisnote) kommt zum Schluss dazu, um frisch zu bleiben. Fischsauce gibt Umami, Tamarinde - jenen charakteristischen sauer-süßen Hintergrund.

Für den Anfang lohnen ein paar Klassiker den Aufwand. Tom Kha Gai ist eine cremige Kokossuppe mit Hähnchen, edel genug für Gäste und einfach genug fürs Zuhause. Som Tam, ein Salat aus grüner Papaya, wird im Mörser zerstoßen und spielt auf allen Geschmäckern zugleich. Pad Thai mit Garnelen - Reisnudeln mit Ei, Sprossen, Erdnüssen - ist wohl das bekannteste thailändische Gericht der Welt. Und für die, die Fisch mögen, ist Lachs im roten Curry mit Kokosmilch schneller fertig, als man denkt.

Die Technik, wenn man sie überhaupt so nennen kann, läuft auf Schichtung hinaus. Man beginnt mit einer Currypaste aus scharfen Chilis, Zwiebel, Galgant und Gewürzen; die frischen Kräuter kommen zuletzt dazu, während die Kokossuppen nur köcheln, nicht stark kochen. Schnelles Anbraten bei hoher Hitze erledigt den Rest.

Und es ist nicht nur der Geschmack - hier gibt es auch einen gesunden Bonus. Das Gemüse trägt Vitamine und Mineralstoffe, Galgant hilft der Verdauung, Zitronengras beruhigt, und die scharfen Chilis bringen den Kreislauf in Schwung. Mit anderen Worten: Es ist eine der seltenen Küchen, in denen „lecker“ und „gesund“ sich nicht auf demselben Teller streiten.