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Volle Säle und Millionen Platten, und doch fühlte sie sich wie eine Hochstaplerin: Das Impostor-Syndrom macht keinen Unterschied

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Volle Säle und Millionen Platten, und doch fühlte sie sich wie eine Hochstaplerin: Das Impostor-Syndrom macht keinen Unterschied

Eine der unverwechselbarsten spanischen Sängerinnen, mit Jahrzehnten ausverkaufter Säle und Millionen verkaufter Platten hinter sich, gab kürzlich etwas zu, das kaum in diese Biografie passt: Jahrelang fühlte sie sich, als würde sie lügen. „Ich fühlte, dass ich nicht singen kann, dass ich lüge", sagte Malú und beschrieb einen Zustand, den Psychologen gut kennen, das Publikum aber selten hinter der Bühne sieht.

Als eines ihrer Alben Erfolg hatte und man ihr eine Tournee vorschlug, kamen statt Freude Tränen - sie sagte ihrer Mutter, sie habe alle getäuscht. Hinter ihren Auftritten, gibt sie zu, baute sie eine schützende Figur auf: einen „Charakter, eine Maske", um die Ausgesetztheit vor so vielen Augen zu überstehen. Schüchtern und unsicher von Natur aus, musste sie auf der Bühne jemand anderes sein.

Was sie beschreibt, hat einen Namen - das Impostor-Syndrom. Psychologen definieren es als das Gefühl, andere zu täuschen, alles nicht zu verdienen, obwohl man alle Qualifikationen hat, und als ständige Angst vor einem Fehler, der einen entlarvt. Es ist nicht Sängern und Stars vorbehalten; Ärzte, Professoren und Ingenieure tragen es - Menschen mit Belegen um sich herum, die sich dennoch nicht vertrauen.

Laut dem Psychologen, der den Fall kommentiert, baut sich die Beziehung zu sich selbst früh auf - aus der Art, wie andere uns am Anfang ansahen. Wenn wir statt mit Mitgefühl mit Forderungen und Erwartungen empfangen wurden, pflanzt sich in uns ein Gefühl dauerhafter Unzufriedenheit ein, egal, wie viel wir später erreichen. Die Rechnung aus der Kindheit wird im Erwachsenenalter bezahlt.

Malú sagt, die Therapie habe ihr Werkzeuge gegeben und ihr geholfen, die Wurzeln der Unsicherheit zu verstehen. Und hier ist der Punkt, der mehr wert ist als jede Aussage eines Stars: Gesundes Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass die Unsicherheit verschwindet, sondern dass sich die Beziehung zum Zweifel verändert. Du hörst nicht auf zu zweifeln - du hörst auf, den Zweifel an deiner Stelle entscheiden zu lassen.