Skip to content

1.000 Arbeitsplätze versprochen, 89 entlassen: BMZ schließt das Werk in Ilinden und geht nach Polen

1 Min. Lesezeit
Teilen
1.000 Arbeitsplätze versprochen, 89 entlassen: BMZ schließt das Werk in Ilinden und geht nach Polen

Im September 2024 standen beim feierlichen Legen des Grundsteins Ministerpräsident Hristijan Mickoski und Finanzministerin Gordana Dimitrieska-Kocoska nebeneinander. Angekündigt wurde eine Investition von 65 Millionen Euro, 1.000 neue Arbeitsplätze und 60 Millionen Euro Export in drei Jahren.

Es sind keine zwei Jahre vergangen. Der deutsche Batteriehersteller BMZ teilte mit, dass er das Werk in Ilinden vollständig schließt und die gesamte Produktion nach Polen verlagert. Betroffen sind 89 Beschäftigte.

1.000 versprochen, 89 entlassen

In einer Mitteilung auf der eigenen Website schrieb das Unternehmen, die Entscheidung sei nach einer umfassenden wirtschaftlichen Analyse gefallen, der Übergang erfolge stufenweise von August bis Dezember 2026. Die Belieferung der Kunden laufe weiter - nur eben aus Polen, wo BMZ bereits nach denselben Spezifikationen und Qualitätsstandards fertigt.

So weit der technische Teil. Der politische Teil: Von 1.000 angekündigten Arbeitsplätzen waren es bei der Schließung 89. Die Differenz zwischen diesen beiden Zahlen ist kein Versagen des Unternehmens - es liefert Batterien wie zuvor. Die Differenz liegt zwischen dem, was vom Rednerpult versprochen wurde, und dem, was tatsächlich entstanden ist.

Der Dritte in Folge

BMZ ist nicht allein. Zuvor verließ der irisch-amerikanische Zulieferer Aptiv die Freizone „Bunardzik”, das US-Unternehmen Dura hat sein Werk bereits geschlossen. Die Zonenverwaltung kündigte an, die an Dura gezahlten Staatshilfen zurückzufordern. Der größte Exporteur des Landes, der britische Konzern Johnson Matthey, hat Stellenabbau angekündigt.

Die Verwaltung sagt, ein bestehender Investor wolle einen Teil der BMZ-Beschäftigten übernehmen, und man erwarte zudem einen neuen EU-Investor für das Werk. Keiner von beiden wird genannt. Auch nicht, in welcher Branche sie tätig sind.

Die Frage, die nicht gestellt wird

Kommt ein ausländisches Unternehmen, wird eine Zeremonie gefilmt. Geht es, erscheint eine Pressemitteilung. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen Staatshilfen, Abgabenbefreiungen in der Technologie- und Industriezone und politisches Kapital, ausgegeben für Zahlen, die nie rückwirkend überprüft werden.

Wird jemand Rechenschaft über die Differenz zwischen 1.000 und 89 verlangen? Oder ist das Modell schlicht, dass die nächste Zeremonie die vorherige löscht?