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Das erste Brautkleid ist für die Geschichte, das zweite für sie: was die zweiten Kleider royaler Bräute erzählen

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Das erste Brautkleid ist für die Geschichte, das zweite für sie: was die zweiten Kleider royaler Bräute erzählen

Das erste Brautkleid ist für die Fotos, für die Kirche und für die Geschichte. Das zweite ist für den Abend selbst. Bei royalen Hochzeiten ist der Unterschied zwischen beiden größer, als er scheint - und gerade das zweite Kleid sagt mehr über die Braut aus als das erste.

Kate Middleton tauschte 2011 das Kleid von Sarah Burton für Alexander McQueen gegen ein anderes Modell derselben Designerin - Satin, ärmellos, mit perlenbesetztem Gürtel und einem kleinen Bolero aus Angora. Im selben Jahr wählte Charlène von Monaco für den Abendteil Giorgio Armani: Seidengaze, Illusionsausschnitt und ein Rock mit Falten.

Meghan Markle schlug 2018 eine völlig andere Richtung ein - Stella McCartney, klare Linie, nackter Rücken, keinerlei Zierde. Damit sandte sie eine Botschaft, die mehr wog als jede Erklärung: Das erste Kleid gehörte der Institution, das zweite ihr.

Charlotte Casiraghi wählte im selben Jahr Haute Couture von Chanel mit Neckholder-Ausschnitt und mittigem Schlitz. Beatrice Borromeo entschied sich 2015 für Armani, mit doppeltem Cape aus Seide und Tüll. Beide sind Beispiele für etwas, das selten laut gesagt wird: Die monegassische Schule des Anziehens ist freier als die britische, weil auf ihr nicht dasselbe Gewicht des Protokolls lastet.

Am unerwartetsten sind zwei Entscheidungen. Lady Kitty Spencer trug 2021 in Südafrika Dolce und Gabbana - hellblauer Tüll mit handbestickten rosa Blüten, eher Märchenkostüm als Brautkleid. Und Madeleine von Schweden zog 2013 das Vintagekleid an, das einst Königin Silvia getragen hatte, mit einer großen Schleife an der Taille. Was eine solche Wahl transportiert, kann kein Designer kaufen.

Die übrigen hielten die Linie: Eugenie von York in champagnerfarbenem Zac Posen, Sofia von Schweden in Spitze von Ida Sjöstedt, Sassa de Osma in Lima in einem schräg geschnittenen Kleid mit einem Diadem aus echten Ähren.

Bei uns ist die zweite Garderobe längst Regel und keine Neuheit - die Braut zieht sich für den Tanz um, und niemand wundert sich. Der Unterschied ist nur, dass dieses zweite Kleid bei royalen Hochzeiten später zum Analysethema wird, während es bei uns im Album bleibt. Wer dieses Album in dreißig Jahren aufschlägt, wird am längsten bei der zweiten Aufnahme hängenbleiben - jener, auf der die Braut endlich aussieht, als hätte sie Spaß.