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Der Sommer lässt die Haut nicht altern, er zeigt nur, wie sehr sie schon gealtert ist: eine Ärztin dreht die Frage um

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Der Sommer lässt die Haut nicht altern, er zeigt nur, wie sehr sie schon gealtert ist: eine Ärztin dreht die Frage um

Im Sommer durchläuft die Haut einen kleinen Parcours: Schweiß, Sand, Sonnencreme, Salzwasser und eine Hitze, die auch abends nicht nachlässt. Bei den einen ist das Ergebnis ein dunklerer Teint, bei anderen eine Reizung, die wochenlang bleibt. Auf die Frage, warum der Unterschied so groß ist, gibt es eine Antwort, die in der Werbung selten fällt.

Dr. Ana Huertas, Spezialistin für ästhetische Medizin, stellt das Problem andersherum als üblich: „Die Haut ist ein Organ, das widerspiegelt, wie unsere Gewebe altern.” Die Haut ist also keine Oberfläche, auf der etwas passiert. Sie ist ein Bildschirm, auf dem der Zustand des Organismus sichtbar wird.

Daraus folgt auch die Erklärung für die Unterschiede zwischen Menschen: „Nicht alle Häute altern im selben Tempo, denn Gewebe behalten nicht dieselbe Regenerationsfähigkeit. Hitze und UV-Strahlung wirken als äußere Faktoren, doch wie jeder Organismus reagiert, hängt von unterschiedlichen biologischen Prozessen bei jedem Menschen ab.” Ein und dieselben zwei Wochen am Strand bedeuten also für zwei verschiedene Häute nicht dasselbe.

Es gibt auch den Begriff der thermischen Alterung - hohe Temperaturen steigern die Produktion freier Radikale, was die Haut unabhängig von den Sonnenstrahlen schädigt. Das ist der Teil, den die meisten übersehen. Schatten schützt nicht vor Hitze, nur vor direkter Sonne.

Am schärfsten ist ihre Bemerkung dazu, wie falsch wir das eigene Gesicht lesen: „Oft wird die Alterung der Sonne oder der Hitze zugeschrieben, während diese Faktoren in Wahrheit offenlegen, wie das Hautgewebe altert. Manche Häute behalten jahrelang eine gute Reparaturfähigkeit, andere verlieren sie, bevor überhaupt Falten auftauchen.” Mit anderen Worten: Wenn du nach dem Sommer eine Veränderung siehst, hat der Sommer sie nicht erzeugt - er hat sie nur sichtbar gemacht.

Der praktische Teil ist weder teuer noch neu, und genau das tut am meisten weh: tägliche Feuchtigkeitspflege, Mittagssonne meiden, jeden Tag Lichtschutzfaktor und im Tagesverlauf nachcremen. Eine um acht Uhr morgens aufgetragene Creme wirkt um vier Uhr nachmittags nicht mehr. Das ist Physik, kein Marketing.

Das Letzte, was sie sagt, bewirbt die Pflegeindustrie am wenigsten: Sonnenschäden sind kumulativ und beginnen sich schon in der Kindheit anzusammeln. Kein Serumfläschchen holt Sommer zurück, die ohne Schutz verbracht wurden. Deshalb ist die beste Investition in die eigene Haut nicht die mit 40, sondern die, die man heute für die Kinder macht.