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Stahlwerk Zenica schliesst nach 134 Jahren: 1.900 Arbeiter auf der Strasse, 10.000 bedroht

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Das Stahlwerk in Zenica, in Betrieb seit 1892, stellt am 22. April 2026 die Produktion ein. Zuerst wird der Hochofen heruntergefahren, dann die Stahlwalzwerke. 1.900 Arbeiter verlieren ihre Jobs. Eine der aeltesten Industrieanlagen des Balkans beendet ihre Stahlproduktion.

Der Grund ist bekannt und schmerzhaft: Importstahl aus Indien, China und Italien ist billiger, weil diese Laender ihre Hersteller subventionieren. Die Geschaeftsfuehrung bat im Maerz zweimal um Schutzzölle, und der Ministerrat lehnte beide Male ab - mit der Begruendung, solche Massnahmen wuerden das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen und WTO-Regeln verletzen.

Einst das groesste Unternehmen Jugoslawiens war das Stahlwerk Zenica ein Symbol der jugoslawischen Industrie. Die Koksfabrik in Lukavac schloss bereits im Februar und liess 800 Menschen ohne Arbeit. Schaetzungen zufolge sind weitere 10.000 Arbeitsplaetze in Eisenbahn und Bergbau bedroht.

Die Geschaeftsfuehrung kuendigte einen Versuch der Umruestung statt vollstaendiger Schliessung an, jedoch ohne konkreten Plan. Auf dem Balkan ist das keine neue Geschichte: Fabriken, die zwei Weltkriege, den Sozialismus und die Transition ueberlebten, fallen am Ende unter dem Druck der Globalisierung. Zenica ist keine Ausnahme - es ist die Regel.