Afrikanische Temperaturen am Wochenende: 30 Grad nach spätem Frost - Mazedonien ohne Plan für Sommerhitze über 40
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat der Europäischen Union erneut die Schulter zugewandt - mit einer Botschaft, die wir in den letzten 20 Jahren in verschiedenen Formen hören, aber mit wachsender Bitterkeit. „Ihr habt immer einen Vorwand gefunden, uns vor der Tür zu halten", sagte er der EU, im Kontext der hinausgezögerten türkischen Mitgliedschaft, die nun über 35 Jahre erfolgloser Verhandlungen zählt.
Die Argumente wiederholen sich - doppelte Standards, politische Begrenzung der Ambitionen, „die Türkei ist nicht mehr die alte" - und ein neues Argument, das Aufmerksamkeit verdient: „Die EU kann ohne die Türkei kein globaler Faktor sein". Erdogan fordert, dass die EU eine Rhetorik und Schritte aufgibt, die „Ankaras konstruktive Position" gegenüber den Verhandlungen „untergraben".
Für den Balkan ist diese Frage direkt verknüpft. Wenn die Türkei mit über 85 Millionen Einwohnern, der zweitgrößten Armee der NATO und einer Wirtschaft zwischen 17 und 18 Milliarden Euro nach 35 Jahren keine Mitgliedschaft bekommt - welcher realistische Horizont bleibt dann Mazedonien, das seit über 20 Jahren wartet, mit 2 Millionen Einwohnern und weit geringerem strategischem Gewicht? Wir stellen die Frage nicht, um zu entmutigen - sondern um ehrlich zu sein.
Zweitens - der geopolitische Moment. Erdogan hat wirtschaftliche Probleme im Inland - Inflation, Währungsinstabilität, Streiks. Anti-EU-Rhetorik ist eine Parteiressource, die mobilisiert wird, wenn die Unterstützung im Inneren konsolidiert werden muss. Das heißt aber nicht, dass er falsch liegt. Die EU wollte die Türkei wirklich nie drinnen haben - und dass sie das nie laut sagte, ist genau das, was sie heuchlerisch wirken lässt.
Die Frage, die nicht laut gestellt wird - was gewinnen die Balkanaspiranten, wenn die Türkei sie öffentlich über Brüssels Aufrichtigkeit belehrt? Wahrscheinlich nichts. Aber es gibt ihnen wenigstens eine neue Perspektive - die Union ist keine Institution, die um Hilfe bittet, sondern eine Institution, die wählt, wem sie hilft. Und diese letzte Wahl ist nicht immer aufrichtig. Erdogan hat es laut gesagt. Balkanpolitiker wagen das selten - weil sie weniger Hebel haben.
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