Oberster Gerichtshof: Kamčev hat kein Recht auf 1,5 Millionen Euro im Reket-Fall - Rechtsfälle werden geschlossen, das Geld bleibt im Nebel
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28 Kilometer westlich von Vilnius verbirgt sich eine der ungewöhnlichsten mittelalterlichen Burgen Nordeuropas. Trakai - eine litauische Wasserburg auf einer Insel, umgeben von fünf Gewässern und Wäldern aus Birke und Kiefer. Ein Ort, den Reisende vom Balkan selten auf der Karte haben. Zu Unrecht.
Die Burg wurde zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert errichtet - roter Backstein, runde Türme mit Kegeldächern, ein Spiegelbild im Galve-See, das den ganzen Bau eher gezeichnet als gebaut wirken lässt. Die Fundamente legte Großfürst Kęstutis. Sein Sohn Vytautas der Große vollendete sie und verlegte seine Residenz dorthin. Heute laut lokalen Historikern „eines der spektakulärsten mittelalterlichen Bauwerke Nordeuropas".
Eine litauische Legende besagt, Fürst Gediminas habe den Ort beim Jagen entdeckt und sei von der Schönheit so verzaubert gewesen, dass er hier eine neue Hauptstadt gründen wollte. Um 1322. Später verlegte er die Hauptstadt nach Vilnius - aber Trakai blieb ein Punkt kulturellen Gedächtnisses.
Hier lebt die Gemeinschaft der Karaim - ein türkisches Volk, das Vytautas Ende des 14. Jahrhunderts von der Krim brachte. Von den ursprünglichen vierhundert Familien blieben nach Kriegen und Pest etwa sechzig übrig. Sie haben ihre eigene Architektur - Holzhäuser mit drei Fenstern zur Straße, die Gott, den Fürsten und die Familie symbolisieren. Sie haben ihre eigene Kenesa - eine kleine türkische Synagoge, einzigartig in Europa. Und ihre eigene Küche - kibinai, gebackene Teigtaschen mit Lamm oder Rind.
Der Galve-See hat 21 Inseln. Sommer auf diesen Wassern bedeutet Kajak, Fahrrad, Segelboote, Strand am Akmena-See. Nahe der Burg steht das Užutrakis-Herrenhaus, ein Palast aus dem 19. Jahrhundert mit einem Garten des französischen Landschaftsarchitekten Édouard François André - Marmorskulpturen und geometrische Blumenbeete.
Ein Fest, das man erleben sollte - Johannisnacht am 23. Juni. Feuer, Kränze aus Wildblumen, handgemachte Getränke nach jahrhundertealten Rezepten. Etwas, das die Balkan-Seele ohne Übersetzung versteht. Gleiches Fest, gleiche Symbole, gleicher Durst nach Sommer in einem Land, in dem der Winter zu früh anfängt.
Für alle, die die Touristenmassen von Prag und Budapest meiden - Trakai bietet mittelalterliches Europa ohne Warteschlange. Auf diesem Kontinent eine Seltenheit.
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