Skip to content

Ukraine bestellt israelischen Botschafter ein: Aus besetzten Gebieten gestohlenes russisches Getreide in Haifa angekommen

1 Min. Lesezeit
Teilen

Die Ukraine hat den israelischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt - eine Protestnote wegen des Kaufs russischen Getreides, das Kiew als aus besetzten Gebieten gestohlenes ukrainisches Getreide identifiziert. Außenminister Andrij Sybiha sagt direkt: „Russlands illegitimer Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide kann die guten ukrainisch-israelischen Beziehungen nicht gefährden" - ein Satz, der tatsächlich genau das Gegenteil aussagt.

Schiffe mit Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten kamen im Hafen von Haifa an, und Israel hat bislang nicht angemessen auf frühere ukrainische Warnungen reagiert. Das ist Teil eines größeren Bildes: Israel pflegt trotz westlichem Druck Arbeitsbeziehungen zu Russland, und russisches Getreide - unabhängig von der Herkunft - findet Käufer.

Die Ukraine sieht darin direkten Diebstahl einer nationalen Ressource. Russland verkauft das Getreide zu Marktpreisen, und niemand fragt offiziell nach der Herkunft. „Gestohlene Ressource" ist eine rechtliche und moralische Kategorie. „Getreide zu wettbewerbsfähigem Preis" ist Realpolitik. Israel, unter dem Druck eigener Versorgungsbedürfnisse und eigener geopolitischer Balancen, hat bisher den Pragmatismus gewählt.

Die Ukraine hat wenig Druckmittel gegenüber Israel - der Protest selbst ist aber auch eine Botschaft an andere. Wenn gestohlene Ressourcen frei auf dem Weltmarkt zirkulieren, dann ist jede künftige Sanktionsstruktur nur so stark wie das Papier, auf dem sie steht.