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Ein weiterer US-Botschafter verlässt Kiew: Außenministerium im Modus der Schadensbegrenzung

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Julie Davis, vorübergehende US-Botschafterin in der Ukraine, verlässt Kiew. Nicht der erste solche Fall. Ihre Vorgängerin Bridget Brink verließ dieselbe Position vor einem Jahr - und seither hat Washington keinen ständigen Botschafter an einem der kritischsten Punkte der Welt.

Die Quelle des Problems ist öffentlich und eindeutig - Davis ist "frustriert von Trump" wegen seiner abgeschwächten Unterstützung für die Ukraine. Nach einer 30-jährigen diplomatischen Karriere wird sie in den Ruhestand gehen. Sie hielt gleichzeitig Akkreditierung als Botschafterin auf Zypern.

Brink, ihre Vorgängerin, ging weiter. Sie kandidiert jetzt als Demokratin in Michigan für den Kongress, mit offener Kritik an Trump wegen "Korruption und Nachgeben gegenüber Putin". Übersetzung - der American foreign service besteht nicht mehr aus neutralen Beamten, sondern aus Menschen, die offen gegen den Staatschef sprechen. Das ist beispiellos.

Der Auslöser für den ersten Rücktritt im April 2025 war Trumps verbale Auseinandersetzung mit Zelensky im Oval Office. Nach ihr suspendierte Trump die Militärhilfe und den Austausch von Geheimdienstinformationen mit Kiew für mehrere Wochen. Seitdem ist das Außenministerium im Modus der Schadensbegrenzung, aber der Schaden war bereits angerichtet.

Die Geschichte wiederholt sich. Trump entließ 2019 Marie Yovanovitch von der Position des Botschafters in der Ukraine und bezeichnete sie als "illoyal". Jetzt ziehen sich auch diejenigen zurück, die in der Theorie loyal sein sollten. Das Weiße Haus hat die diplomatischen Kanäle umgangen und funktioniert seit 2025 über private Beziehungen - Steve Bannon, Jared Kushner und enge Personen aus dem eigenen Kreis.

Für den Balkan ist das ein kritisches Signal. Kein Botschafter in Kiew, kein Botschafter in Skopje seit Monaten, keine regulären diplomatischen Kanäle - die amerikanische Politik in der Region hängt von den privaten Kontakten dreier Personen ab. Wenn einer von ihnen Pizza bestellt und einen Deal schließt, ist das die diplomatische Karte für heute. Ist das Strategie, oder warten wir nur darauf, dass der Schaden einen Namen bekommt?