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Elfjähriger Junge aus Desovo vermisst: Das Innenministerium bittet die Öffentlichkeit um Hilfe, sagt aber nicht, wie das Kind aussieht

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Elfjähriger Junge aus Desovo vermisst: Das Innenministerium bittet die Öffentlichkeit um Hilfe, sagt aber nicht, wie das Kind aussieht

Um 20:30 Uhr am 5. August betrat ein 34-jähriger Mann aus dem Dorf Desovo, Gemeinde Dolneni, die Polizeidienststelle Prilep. Er meldete, sein elfjähriger Neffe habe sich vom Zuhause entfernt und die Familie könne ihn nicht finden. Die Polizei ergreift Maßnahmen. Das ist alles, was offiziell bekannt ist.

Und dieses „alles, was bekannt ist" ist das Problem. In der Mitteilung fehlt jede Angabe, mit der ein Mensch außerhalb der Polizei helfen könnte - wie das Kind gekleidet war, wie groß es ist, welche Haare es hat, in welche Richtung es zuletzt gesehen wurde. Ein Foto fehlt ebenfalls. Für einen Fall, in dem jede Stunde zählt, bekam die Öffentlichkeit weniger Informationen als bei einem Bußgeld wegen zu schnellen Fahrens.

Jeder Staat mit einem funktionierenden System für vermisste Kinder weiß eines: Die ersten Stunden sind alles. Deshalb gibt es Schnellwarnsysteme - Nachrichten auf Mobiltelefone in der Region, Meldungen mit Foto und Beschreibung in jedem Medium, Einbindung der örtlichen Bevölkerung. Nicht, weil die Polizei ihre Arbeit nicht macht, sondern weil die Polizei nicht gleichzeitig auf jedem Weg rund um Desovo sein kann. Fünfzig Nachbarn können das.

Desovo ist ein kleines Dorf in Dolneni, umgeben von Feldern und Bergland. Für ein elfjähriges Kind ist das ein Raum, in dem man sich leicht verliert und noch leichter unauffindbar bleibt, wenn niemand weiß, wonach er sucht. Jede Stunde ohne Beschreibung ist eine verlorene Stunde.

Hat Mazedonien ein funktionierendes öffentliches Warnsystem für ein vermisstes Kind? Formal - ja. Praktisch sehen wir das Ergebnis: eine Mitteilung aus wenigen Sätzen, ohne eine einzige Angabe, mit der ein Bürger helfen kann.

Wir hoffen, dass der Junge heute nach Hause zurückkehrt und dies die Geschichte eines Nachmittags voller Angst bleibt. Aber ein System darf sich nicht auf Hoffnung stützen.