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800 Bewohner fordern das geologische Gutachten bei „Limak", die Stadt Skopje antwortet mit einer Pressemitteilung

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800 Bewohner fordern das geologische Gutachten bei „Limak", die Stadt Skopje antwortet mit einer Pressemitteilung

Achthundert Menschen leben im Komplex in der Anton-Popov-Straße 1, in zweihundert Wohnungen, mit rund zwanzig Gewerbeeinheiten. Sie schickten einen offenen Brief an die Stadt Skopje mit einer Frage: Wenn der Aushub für die Einfahrt in die Unterführung bei „Limak" unmittelbar an den Fundamenten ihres Gebäudes erfolgt, was geschieht dann mit der Statik des Objekts?

Die Stadt Skopje antwortete, die Projektunterlagen seien nach allen Standards und Vorschriften erstellt worden, während der Ausführung werde eine ständige Fachaufsicht mit entsprechenden Lizenzen gestellt, und die Bewohner hätten durchgehend Zugang zum Gebäude. Ferner sei die Straße laut Entwurf auf das Niveau des bestehenden Parkplatzes angehoben und es werde keine großen Aushubarbeiten geben.

Wenn es keinen großen Aushub gibt, warum gibt es keine Präsentation?

Hier fällt die Geschichte auseinander. Am 20. Juli trafen die Bewohner Vertreter der Stadt Skopje, die ihnen binnen drei Werktagen eine offizielle Projektpräsentation zusagten. Das Treffen fand nie statt. Am 23. Juli reichten sie einen neuen schriftlichen Antrag ein. Eine Antwort gab es bis heute nicht.

Die Bewohner fordern eine öffentliche Präsentation der geologischen Untersuchungen, des Grundentwurfs und der geplanten Schutzmaßnahmen für die umliegenden Gebäude. Der Standort liegt in einem seismisch aktiven Gebiet - das ist keine Panik, das ist Skopje.

Eine Antwort per Pressemitteilung ist keine Präsentation. Der Unterschied: Eine Pressemitteilung kann man nichts fragen. Ein geologisches Gutachten, das vor achthundert Menschen auf den Tisch gelegt wird, schon.

Ein vierzehn Jahre altes Projekt

Der Vertrag über die Unterführung mit dem türkischen Investor „Limak" wurde am 12. März 2012 unterzeichnet. Der damalige Bürgermeister kündigte den Baubeginn binnen eines Jahres an. Über sechs Jahre lang passierte nichts, ohne Erklärung der Stadt Skopje. Der Bau begann im September 2018. Der jetzige Bürgermeister Orce Gjorgjievski schloss die erste Phase ab und kündigte die Fertigstellung des Projekts in seiner Amtszeit an.

Die zweite Phase kostet rund 12 Millionen Euro und umfasst zwei Kreisverkehre am Kočo-Racin-Boulevard und der Straße Železnička sowie die Einfahrt in die Unterführung. Die Unterführung selbst wird 746 Meter lang und 37 Meter breit, mit je zwei Fahr- und Hilfsspuren in beide Richtungen und zwei Straßenbahnlinien in der Mitte.

Die Bewohner betonen, sie seien nicht gegen die Entwicklung der städtischen Infrastruktur, sie fordern lediglich einen transparenten Prozess. Das ist der vernünftigste Satz im gesamten Schriftwechsel, und genau darauf hat die Stadt Skopje bislang mit Schweigen geantwortet.

Zwölf Millionen Euro reichen, um eine Präsentation und einen Geologen zu bezahlen, der vor die Leute tritt. Wenn das Projekt wirklich sicher ist, ist das der billigste Weg, es zu belegen.