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Die Ausschreibung endete im Mai, die Therapie verspätete sich den ganzen Sommer: Krebspatienten protestieren für ein bereits bezahltes Medikament

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Die Ausschreibung endete im Mai, die Therapie verspätete sich den ganzen Sommer: Krebspatienten protestieren für ein bereits bezahltes Medikament

Krebspatienten standen gestern vor dem Gesundheitsministerium. Sie forderten keine Privilegien - das war auch ihre Botschaft. Sie forderten, dass die Therapie rechtzeitig kommt und nicht abbricht. In einem Staat mit funktionierender Beschaffung müsste eine solche Forderung nie auf die Straße getragen werden.

Am häufigsten fehlten Fulvestrant und Zoladex, Therapien für Brustkrebspatientinnen. Diesmal fehlte auch ein Teil der Zytostatika von der Positivliste. Der Verein „Hema-Onko" sagt, das Problem sei jetzt überwunden - ein Teil der Therapie sei eingetroffen, der Rest werde in zwei Tagen erwartet.

Doch hier kommt der Satz, der alles erklärt. Die Ausschreibung war im Mai abgeschlossen. Die Unterbrechungen zogen sich durch den ganzen Sommer. Die Beschaffung existierte also formal, während die Patienten warteten. Zwischen einer unterschriebenen Ausschreibung und dem Medikament in der Hand des Patienten steht eine ganze Verwaltung, die den Sommer in der Pause verbrachte.

Der eine Scanner

Parallel dazu ist der einzige öffentliche PET/CT-Scanner des Landes erneut außer Betrieb. Patienten warten zwei bis drei Monate auf eine Aufnahme, die nötig ist, um zu sehen, ob die Therapie überhaupt wirkt. Wer kann, zahlt privat rund 1.300 Euro oder fährt ins Ausland. Wer nicht kann - wartet.

Das gesamte öffentliche Gesundheitsnetz Mazedoniens hängt an einem Gerät. Die durchschnittliche Kapazität liegt bei rund 180 Aufnahmen monatlich, maximal 13 Patienten täglich. Die jährliche Wartung kostet etwa 1,2 Millionen Euro. Steht dieses eine Gerät still, steht die Diagnostik für das ganze Land still.

Vom Universitätsinstitut für Positronen-Emissions-Tomographie gab es keine Auskunft über die Ursache des Defekts, den Servicedienst oder eine Frist für die Wiederinbetriebnahme. Die Klinik behauptet, die Behandlungskontinuität sei nicht gestört worden. Patientenberichte sprechen von Verzögerungen von jeweils einem Monat.

Diese beiden Sätze können nicht gleichzeitig stimmen

Entweder verspätete sich die Therapie nicht, oder die Patienten lügen nicht. Eine Institution, die behauptet, alles sei in Ordnung gewesen, während die Menschen, die sie nutzen, das Gegenteil sagen, löst kein Problem - sie schließt es.

„Hema-Onko" verweist auf eine weitere Schicht: unzureichende Prävention und schwache Screening-Programme. Ohne Früherkennung wächst die Zahl der Patienten, und mit ihr die Behandlungskosten. Das ist eine Rechnung, die jedes Jahr größer wird und jedes Jahr aufgeschoben wird.

Die Patienten kündigten an, erneut auf die Straße zu gehen, sollte sich das Problem ohne Transparenz über die Verantwortung wiederholen. Die Frage für die Institutionen ist nicht, wie man den Protest verhindert. Die Frage ist, warum ein Mensch in Therapie einen Protest organisieren muss, um ein bereits bezahltes Medikament zu bekommen.