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Vierte Woche ohne Trinkwasser in Gostivar: 50 Menschen täglich zur Untersuchung, während die Parteien Punkte zählen

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Vierte Woche ohne Trinkwasser in Gostivar: 50 Menschen täglich zur Untersuchung, während die Parteien Punkte zählen

Zweiundzwanzig Tage lang pumpten die Anlagen fäkalienbelastetes Wasser in die städtische Wasserversorgung von Gostivar. Das Trinkverbot gilt seit dem 17. Juli. Heute ist Gostivar in die vierte Woche eingetreten, in der der Hahn eine Flüssigkeit liefert, die nur zum Bodenwischen taugt. Und während die Bürger an den Ausgabestellen für Flaschenwasser anstehen, streiten die Parteien darüber, wer schuld ist.

Die Zahl, die am wenigsten genannt wird, ist die wichtigste: 40 bis 50 Menschen gehen täglich zur Untersuchung ins Krankenhaus von Gostivar. Ein Teil zeigt Symptome vom verunreinigten Wasser, ein Teil sind Sommerviren. Das Gesundheitsministerium sagt, die Lage normalisiere sich und die Zahl sinke. Wenn täglich fünfzig Menschen Hilfe suchen, ist „normalisiert sich" ein Wort, das erklärt werden muss.

Das Datum, das alle nervt

Der städtische Krisenstab sagt, es werde täglich an sieben Stellen getestet. Das Verbot wird erst nach drei aufeinanderfolgenden einwandfreien Ergebnissen aufgehoben. Das ist korrekte Methodik - bei Bakteriologie gibt es keine Nachlässe. Das Problem: Die offiziellen Analysen sind für den 20. August angekündigt, was bedeutet, dass die Bürger weitere zwei Wochen ohne klare Antwort warten sollen.

Die SDSM sagt, der Direktor der Direktion für Schutz und Rettung habe öffentlich bestätigt, im Wasser sei ein gefährliches Bakterium, und dieselbe Regierung verlange nun von den Bürgern, bis zum 20. August zu warten. Die VMRO-DPMNE kontert mit Dokumenten aus der Zeit der Vorgängerregierung, in der es ebenfalls dokumentierte Fälle von unsicherem Trinkwasser gab.

Beide Seiten haben recht, und das ist das Schlimmste

Wenn es stimmt, dass es auch früher Befunde über unsicheres Wasser gab, lautet die Frage nicht, welche Partei schuldiger ist, sondern warum diese Befunde zu nichts führten. Ein Befund über unsicheres Trinkwasser ist ein Dokument, das eine Reaktion verlangt. Existierte dieses Dokument 2018 und 2021, und niemand reagierte, dann ist die Krise vom Juli kein Zwischenfall - sie ist ein Fahrplan.

Unter anderem hat die Basisstaatsanwaltschaft in Gostivar ein Ermittlungsverfahren gegen die Direktorin des kommunalen Unternehmens „Komunalec" und zwei Führungskräfte eingeleitet. Das ist die einzige Zeile in der ganzen Geschichte, die keine politische Erklärung ist, sondern ein Verfahren mit Folgen.

Das Wasser wird nun hyperchloriert. Das heißt, das System versucht mit Chemie auszugleichen, was Instandhaltung hätte verhindern sollen. Wer in Gostivar morgen den Hahn aufdreht, sucht keinen Schuldigen fürs Fernsehen. Er sucht ein Datum.