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Sieht aus wie Tiramisu und hat weder Kaffee noch Eier: die Torte, für die der Ofen kalt bleibt

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Sieht aus wie Tiramisu und hat weder Kaffee noch Eier: die Torte, für die der Ofen kalt bleibt

Es gibt Desserts, die Können verlangen, und Desserts, die nur Geduld verlangen. Dies ist der zweite Fall - der Ofen bleibt kalt, der Mixer kommt kaum zum Einsatz, und das Schwerste ist, acht Stunden zu warten, ohne den Kühlschrank zu öffnen.

Die Basis ist Horchata - das spanische Getränk aus Erdmandeln, jenen kleinen Knollen, die hierzulande kaum jemand verarbeitet, obwohl sie im gesamten Mittelmeerraum wachsen. Die Erdmandel ist reich an komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Kalium, Phosphor und Magnesium, und ihre Fette sind ungesättigt, ähnlich denen im Olivenöl. Sie ist von Natur aus glutenfrei und laktosefrei, was dieses Dessert auch für Menschen zugänglich macht, die beides meiden.

Was Sie für 8 bis 10 Portionen brauchen

Für die Creme: 500 Gramm Mascarpone, 300 Milliliter Schlagsahne mit 35 Prozent Fett - sehr kalt, 50 Gramm Puderzucker, 120 Milliliter Horchata und 2 Blatt Gelatine, etwa 4 Gramm. Zum Schichten: 200 bis 250 Gramm Löffelbiskuits und weitere 250 Milliliter Horchata. Obenauf: 2 Teelöffel reines Kakaopulver, ein Teelöffel gemahlener Zimt und eine Handvoll gerösteter Erdmandeln.

So wird sie gemacht

Die Gelatine zehn Minuten in kaltem Wasser einweichen. Den Mascarpone mit dem Puderzucker verrühren, bis er ganz glatt ist. Zwei Löffel Horchata erwärmen, die ausgedrückte Gelatine darin auflösen, dann die restliche kalte Horchata zugeben. Das nach und nach unter den Mascarpone geben, vorsichtig unterheben - nicht mit Kraft.

Die Sahne nur schlagen, wenn sie sehr kalt ist, bis zu festen Spitzen, und in drei Portionen unterheben, mit Bewegungen von oben nach unten. Schüttet man sie auf einmal hinein, geht die Luft verloren und man erhält eine Creme, die dick ist, aber tot.

Hier ist der Schritt, an dem die meisten scheitern. Die Löffelbiskuits ein bis zwei Sekunden in die Horchata tauchen. Nicht länger. So viel reicht, damit sie das Aroma aufnehmen, ohne zu zerfallen. Wer schon Tiramisu gemacht hat, weiß, was ein übersättigter Löffelbiskuit bedeutet - Matsch in der Mitte der Torte, den nichts mehr rettet.

Eine Lage Löffelbiskuits legen, die Hälfte der Creme aufstreichen, wieder Löffelbiskuits, den Rest der Creme obenauf. Die Oberfläche glattstreichen, abdecken und mindestens acht Stunden in den Kühlschrank. Ideal - vom Vortag. Vor dem Servieren mit der Kakao-Zimt-Mischung bestäuben, darüber die gerösteten Erdmandeln.

Das Ergebnis sieht aus wie Tiramisu und ist kein Tiramisu. Kein Kaffee, kein Alkohol, keine Eier. Dafür ein süßes nussiges Aroma, das hier niemand von einer Torte erwartet - was genau der Grund ist, sie mindestens einmal zu machen. Jedes Dessert, das aus drei Zutaten etwas Neues macht, ist eine bessere Nachricht als noch ein Cheesecake-Rezept.