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Zehn Jahre nach der Flut in Skopje: 22 Leben, 800 Blitze in zwei Stunden und eine unbeantwortete Frage

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Zehn Jahre nach der Flut in Skopje: 22 Leben, 800 Blitze in zwei Stunden und eine unbeantwortete Frage

Am Nachmittag des 6. August 2016 zog über Skopje ein Unwetter auf, wie es die Stadt nicht kennt. In 24 Stunden fielen 92,9 Liter Wasser pro Quadratmeter. In den ersten zwei Stunden schlugen mehr als 800 Blitze ein. An der Hauptwetterstation auf Zajčev Rid wurde mit 84,5 Millimetern eine Rekordintensität für fünfstündigen Niederschlag gemessen.

Zweiundzwanzig Menschen kamen ums Leben. In den Gebieten Singelić, Stajkovci, Smilkovci und Aračinovo. Das jüngste Opfer war ein zweijähriges Kind aus Stajkovci. Die meisten Todesopfer wurden in ihren Wohnungen oder in Autos auf der Umgehungsstraße von Skopje überrascht. Rund tausend Menschen wurden in der Nacht evakuiert. Der achte August wurde zum Trauertag erklärt.

Zehn Jahre

Die Gemeinde Gazi Baba begeht heute den zehnten Jahrestag. Bürgermeister Boban Stefkovski erklärte, es gebe Tage, die nie vergessen werden, und die Erinnerung an die Opfer werde bleiben. Er dankte den Rettungsdiensten, der Armee, dem Innenministerium, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, den Beschäftigten im Gesundheitswesen und den Freiwilligen. Morgen findet eine offizielle Gedenkfeier statt.

In derselben Mitteilung fügte Stefkovski einen Satz hinzu, der wichtiger ist als alles andere: Institutionen haben eine Pflicht bei Prävention, Infrastruktur und Sicherheit, damit ähnliche Katastrophen künftig verhindert werden.

Das ist der Punkt, an dem jede Gedenkrede in diesem Land endet, und der Punkt, an dem jedes Jahr dieselbe Stille beginnt. Was genau wurde in diesen Einzugsgebieten in zehn Jahren gebaut? Welche Kanäle wurden gereinigt, welche Durchlässe werden erweitert, wie ist der Zustand der Entwässerungsinfrastruktur in Singelić und Stajkovci heute, im August 2026?

Erinnern und Arbeiten sind nicht dasselbe

Die Zahl 22 darf nicht nur ein Datum im Kalender bleiben. Sie ist das Maß dessen, was passiert, wenn Wasser dieser Intensität auf eine Stadt ohne vorbereitete Infrastruktur trifft. Eine Gedenkfeier ehrt die Menschen. Ein gereinigter Kanal schützt die Nächsten.

Die Menschen in Skopje, die jene Nacht überlebt haben, verlangen keine neuen Kränze. Sie verlangen die Zusicherung, dass die Umgehungsstraße nicht zum Fluss wird, wenn morgen wieder 90 Liter an einem Tag fallen.