In Vardarište wird gebohrt, aber Ergebnisse fehlen: Erst graben, dann erfahren, was drin ist
05.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Seit mehr als vier Jahrzehnten liegt im Hof der ehemaligen Chemiefabrik OHIS in Kisela Voda Gift. Nun ist für die Endphase der Reinigung der kleinen Deponie eine internationale Ausschreibung veröffentlicht worden - Frist für Angebote war der 7. Juli, und die Sanierung selbst soll im September beginnen. Die Frage ist nicht, ob gereinigt wird, sondern warum einer der giftigsten Orte in Skopje vierzig Jahre gebraucht hat, um zu einer „Endphase" zu gelangen.
Die Zahlen sind brutal. Seit Projektbeginn im Jahr 2021 wurden aus der kleinen Deponie 1.969 Tonnen Lindan und 586 Tonnen kontaminierter Boden ausgegraben und vernichtet. Doch für die vollständige Sanierung bleiben noch rund 916 Tonnen HCH-Abfall, 2.191 Tonnen kontaminierter Boden, 1.121 Tonnen kontaminierter Beton und etwa 70 Tonnen mit Quecksilber verseuchter Boden. Das Quecksilber wurde erst während der Arbeiten entdeckt - eine Überraschung, die nur bestätigt, wie wenig wir wussten, was genau unter unseren Füßen vergraben ist.
Die Ausschreibung veröffentlichte das UN-Büro UNOPS, und die Regierung versprach im vergangenen Dezember 12 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre. Die ausgewählte Firma wird auch klären müssen, was mit dem Quecksilber geschieht, das vorerst verpackt und vorübergehend in einem der bereits gereinigten Becken gelagert ist. Vorübergehend - ein Wort, das im makedonischen Wörterbuch für Ökologie zu oft dauerhaft bedeutet.
Und die kleine Deponie ist erst der Anfang. Direkt daneben liegt die große, die vermutlich rund 50.000 Tonnen Lindan enthält. Bei Dračevo, im Ort Pelenica, liegen noch etwa 40.000 Tonnen reiner und 6.500 Tonnen gemischter HCH-Abfall. Zählt man alle Zahlen zusammen, wirkt die kleine Deponie fast wie eine Aufwärmübung vor dem eigentlichen Problem.
Jeder Schritt zur Reinigung ist gut - darüber gibt es keinen Streit. Doch die Geschichte von OHIS ist auch die Geschichte davon, wie ein Staat jahrzehntelang über seinem eigenen Gift lebt, Versprechen und Fristen austauscht, während die umliegenden Viertel es einatmen. Die Endphase der kleinen Deponie wird nur dann ein Sieg sein, wenn sie nicht, wie so oft zuvor, ein weiterer ausgezeichneter Plan auf dem Papier bleibt, während die große Deponie still auf ihren Zug wartet.
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