Skip to content

Midjourney hielt Hollywood den Spiegel vor: Zeigt uns, was ihr hinter verschlossenen Türen mit KI macht

1 Min. Lesezeit
Teilen
Midjourney hielt Hollywood den Spiegel vor: Zeigt uns, was ihr hinter verschlossenen Türen mit KI macht

Als Disney und Universal Midjourney wegen des Kopierens urheberrechtlich geschützter Inhalte verklagten, sah die Geschichte einfach aus: mächtige Studios, die ihre Figuren vor einer gierigen KI-Firma schützen, die ihre Modelle mit fremdem Material trainiert hat. Ein Jahr später hat Midjourney den Spiegel umgedreht und verlangt vom Gericht, die Studios selbst zu zwingen, etwas weit Interessanteres offenzulegen - was sie hinter verschlossenen Türen mit künstlicher Intelligenz machen.

Die Klage begann im Juni 2025, als Disney und Universal Midjourney beschuldigten, Bilder geschützter Figuren wie Bart Simpson und Darth Vader erzeugt zu haben. Im September 2025 schloss sich Warner Bros. an. Nun, im Juli 2026, verlangt Midjourney die Aufhebung einer früheren Gerichtsentscheidung, die den Zugang zu den Dokumenten der Studios beschränkte - und genau hier wird es interessant.

Die Forderung von Midjourney ist nicht bescheiden. Die Firma will alles sehen: jeden Prompt, den die Mitarbeiter der Studios in KI-Werkzeuge eingaben, jedes Ergebnis, auch jene, die niemandes Rechte verletzen, und jeden Beweis, dass die Studios intern künstliche Intelligenz für Drehbücher, Storyboards und die Entwicklung von Inhalten nutzten. Das Argument ist direkt: „Die Dokumente, die sie verstecken, sind genau jene, die enthüllen würden, dass sie hinter verschlossenen Türen dasselbe tun, wofür sie uns verklagen."

Der Anwalt der Studios, David Singer, wies die Forderung als „Fischzug" zurück - der juristische Ausdruck für jemanden, der blind gräbt in der Hoffnung, etwas zu fangen. Vielleicht. Doch ausgerechnet die Studios, die für jedes Einzelbild ihrer Filme ganze Anwaltsheere unterhalten, wollen plötzlich nicht zeigen, was ihre Mitarbeiter in ein Chatfenster tippen. Wenn jemand sich so hartnäckig weigert, eine Schublade zu öffnen, dann meist nicht, weil sie leer ist.

Das ist keine Geschichte darüber, wer gut und wer böse ist - beide Seiten leben so oder so von fremder Arbeit. Interessant ist, dass der Fall eine Wahrheit entblößt, die ganz Hollywood verbirgt: Die Studios wettern öffentlich gegen KI und nutzen sie leise, um bei Drehbuchautoren, Zeichnern und Cuttern zu sparen. Öffentlich - Hüter der Kunst. Privat - die Ersten in der Schlange bei der Schaufel, die gräbt. Die Frage, die das Gericht berühren muss, lautet, ob die Regeln nur für jene gelten, die nicht genug Anwälte haben, um sie zu umgehen.