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Zehn Buchten an der Costa Brava: zur Hälfte kommt man nur vor acht Uhr morgens, zur anderen Hälfte nur mit richtigen Schuhen

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Zehn Buchten an der Costa Brava: zur Hälfte kommt man nur vor acht Uhr morgens, zur anderen Hälfte nur mit richtigen Schuhen

Die Costa Brava ist jene Küste, an der der Pinienwald bis ans Wasser hinabreicht und erst endet, wenn er auf Fels trifft. Zwischen Blanes und Cap de Creus liegen etwa ein Dutzend kleine Buchten, die Reiseprospekte fotografieren - und kaum jemand weiß, wie man sie erreicht, ohne den Tag mit Parkplatzsuche zu verlieren.

Das ist der Teil, den man vorher wissen sollte, denn der Unterschied zwischen einem guten und einem vertanen Tag entscheidet sich an dieser Küste meist vor zehn Uhr morgens.

Die, zu denen man mit dem Auto kommt

Aiguablava bei Begur hat feinen Sand und Wasser, das so klar ist, dass es karibisch wirkt. Der Parkplatz liegt nah am Strand, was nach Vorteil klingt - und es auch ist, aber nur, wenn man früh kommt. Im Juli und August ist der Ort gefragt und voll. Eine Alternative, die kaum jemand nutzt: hinauf auf die Terrasse des Parador über der Bucht, etwas trinken und den Sonnenuntergang ansehen, ohne überhaupt zwischen die Sonnenschirme hinabzusteigen.

Cala Pola bei Tossa de Mar sind achtzig Meter goldener Sand, eingeklemmt zwischen Felsen und Pinien, die das Meer buchstäblich berühren. Man parkt am Eingang des Campingplatzes und geht etwa vierhundert Meter im Schatten bergab. Es gibt eine Strandbar und eine Dusche, und das Wasser ist windgeschützt - also fast das ganze Jahr gut zum Schnorcheln. Vom Ufer starten auch Boote mit Glasboden.

Die, für die man Schuhe braucht, keine Sandalen

Cala Jugadora bei Cap de Creus ist die wilde Wahl. Naturpark, der Leuchtturm siebenundachtzig Meter über dem Meer, dunkle Felsen in seltsamen Formen und türkisfarbenes Wasser dazwischen. Der Pfad ist steil und steinig. Keine Strandbar, gar nichts - man nimmt Wasser, Essen und eine Taucherbrille mit, oder man geht nicht.

Illa Roja bei Begur erreicht man nur zu Fuß, über den Küstenweg Camí de Ronda vom benachbarten Strand Racó, mit einem Abstieg über steile Stufen. Die Bucht misst etwa hundert Meter, ihr Name stammt vom riesigen rötlichen Felsen, der aus dem Wasser ragt. Historisch ist es ein Strand, an dem man ohne Kleidung badete.

Cala Rustella bei Roses liegt acht Kilometer vom Trubel der Stadt entfernt - hundertzehn Meter Halbmond mit Pinien, die zum Wasser hinabziehen. Der Grund ist felsig, mit Posidonia-Wiesen. Hierher kommt man sinnvollerweise mit Taucherbrille, nicht mit Plateausandalen: Zweihundert Meter Feldweg führen hinunter.

Die, die groß genug sind, um niemanden zu drängeln

Cala Senyor Ramon bei Sant Feliu de Guíxols sind achthundert Meter Sand zwischen Felsen - eine der wenigen an dieser Küste, bei der man die Ankunftszeit nicht ausrechnen muss. Es gibt einen kostenlosen Parkplatz oben an der Straße mit längerem Abstieg oder einen kostenpflichtigen auf Privatgrund mit direktem Zugang zum Sand.

Sa Boadella bei Lloret de Mar liegt zwischen den Gärten von Santa Clotilde und dem Strand Santa Cristina - der einzige wirklich unberührte Sandstreifen dort. Der Weg durch den Pinienwald riecht nach Harz, der Grund ist flach und felsig mit Höhlen, also gut für Kajak oder Taucherbrille. Auch hier gibt es eine Zone, in der traditionell ohne Kleidung gebadet wird.

Und beide Extreme

Es Castell bei Palamós ist ein Strand, den die Einheimischen vor der Bebauung gerettet haben - und man sieht es. Pinien und alte Dorfhäuser ringsum, kein einziger Wohnblock. Hier malten Salvador Dalí und Josep Maria Sert. Im Sommer parkt man kostenpflichtig auf einem Schotterplatz und geht dann zehn Minuten.

Aigua Xelida bei Tamariu steht am anderen Ende der Skala: fünfundzwanzig Meter insgesamt. So klein, dass sie leer wie eine Privatbucht wirkt. Erwischt man sie nicht leer, wirkt sie wie ein Wartezimmer. Man kommt im Morgengrauen oder gar nicht.

Sant Francesc bei Blanes nennen die Einheimischen Cala Bona, und dort beginnt offiziell die Costa Brava. Halbstädtisch, mit Angebot - für alle, die einen schönen Blick und einen Kaffee in fünfzig Metern Entfernung wollen. Wird es zu viel, liegt der botanische Garten Marimurtra gleich daneben.

Allen zehn ist eines gemeinsam: Keine davon löst man durch Ankündigung. Die Hälfte verlangt, vor acht Uhr morgens loszufahren, die andere Hälfte verlangt Schuhe mit Halt. Das ist der Preis für eine Küste, die immer noch nach sich selbst aussieht.