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Der digitale Euro kommt 2029: Europa baut ein eigenes Zahlungsnetz für 380 Millionen Menschen

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Der digitale Euro kommt 2029: Europa baut ein eigenes Zahlungsnetz für 380 Millionen Menschen

Der digitale Euro bekommt ein Datum. Nach aktuellen Plänen soll er ab 2029 für Zahlungen im Einzelhandel verfügbar sein; ein Pilotprojekt mit 36 Zahlungsdienstleistern ist für 2027 vorgesehen. Derzeit läuft die Schlussphase der Gespräche zwischen Europäischem Parlament und Mitgliedstaaten über die Funktionsweise.

Was es tatsächlich ist

Zuerst die wichtigste Unterscheidung: Der digitale Euro ist keine Kryptowährung. Er ist keine unabhängige digitale Währung, die auf Markterwartungen schwankt - er ist eine digitale Form des Euro, ausgegeben und garantiert von der Europäischen Zentralbank.

Praktisch hätten Nutzer eine digitale Geldbörse, über die sie per Telefon, Karte oder anderem Gerät zahlen könnten - im Laden, online und zwischen Privatpersonen. Also Zentralbankgeld in digitaler Form, neben Bargeld und bestehenden elektronischen Zahlungen.

Warum die EU das jetzt tut

Parallel zum öffentlichen Projekt baut auch der private Sektor sein Netz. Die europäische Zahlungsallianz EuroPA und die European Payments Initiative EPI haben eine Vereinbarung zur Verbindung ihrer Echtzeit-Zahlungssysteme unterzeichnet - eine Plattform, die potenziell rund 380 Millionen Nutzer in 15 Mitgliedstaaten erfassen würde.

EuroPA vereint mehrere nationale Zahlungssysteme: das spanisch-andorranische Bizum, das italienische Bancomat, das polnische Blik und das nordische Vipps MobilePay. EPI wiederum entwickelt die Zahlungsmarke Wero, die in Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden präsent ist.

Zusammen betrachtet ist das Ziel offensichtlich und braucht keine diplomatische Übersetzung: Europa will eine eigene Zahlungsinfrastruktur. Jede Kartenzahlung läuft heute zu großen Teilen über Infrastruktur, die nicht europäisch ist - und in Zeiten angespannter Handelsbeziehungen mit den USA sieht man die Abhängigkeit von einem fremden Zahlungssystem anders als noch vor fünf Jahren.

Wo wir dabei stehen

Mazedonien gehört nicht zur Eurozone, der digitale Euro kommt also nicht automatisch hierher. Aber der Denar ist an den Euro gebunden, ein sehr großer Teil des Handels läuft mit der EU, und viele Familien erhalten regelmäßig Geld aus dem Ausland - meist genau in Euro.

Ändert sich die europäische Zahlungsinfrastruktur, ändert sich auch der Weg, den diese Zahlungen nehmen. Ob das heimische Bankensystem darauf vorbereitet ist oder es 2029 erfährt, ist eine Frage, die jemand vor 2029 stellen sollte.

Drei Jahre klingen nach viel. Sind sie nicht - vor allem für ein System, das nicht einmal mit Echtzeitzahlungen fertig ist.