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Der Waffenstillstand steht nur auf dem Papier: USA zerstören zwei iranische Boote in Hormus, Schläge gegen Luftabwehrsysteme

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Der Waffenstillstand steht nur auf dem Papier: USA zerstören zwei iranische Boote in Hormus, Schläge gegen Luftabwehrsysteme

Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hielt nicht lange - und just als Diplomaten von einem dauerhaften Abkommen sprachen, zerstörten US-Streitkräfte zwei iranische Boote, die mutmasslich Minen in der Strasse von Hormus ausbringen wollten. Zugleich wird eine neue Serie von Schlägen gegen iranische Luftabwehrsysteme bestätigt, nachdem diese das Feuer auf amerikanische Flugzeuge eröffnet hatten.

Hormus ist der Hals der Weltwirtschaft. Etwa 20 Prozent der globalen Ölförderung und ein erheblicher Anteil des verflüssigten Gases laufen durch ihn. Jeder militärische Zwischenfall in diesen Gewässern treibt die Ölpreise, löst Börsenpanik aus und stellt ernsthafte Fragen bei Produzenten in Europa und Asien. Der Balkan - der fast alles importiert - ist direkt betroffen.

Das US-Zentralkommando behauptet, die Schläge seien „defensiv, nicht eskalativ". Eine Standardformulierung, die nichts erklärt - denn der Unterschied zwischen Verteidigung und Eskalation wird in diesen Bedingungen genau von denen bestimmt, die das Feuer eröffnen. Der Iran hat nicht offiziell reagiert, doch lokale Quellen melden Explosionen in der Nähe von Bandar Abbas, dem Haupt-Golfhafen Irans, mit Opfern unter den Revolutionsgardisten.

Aussenminister Marco Rubio sagte, ein möglicher Deal mit dem Iran „könne mehrere Tage dauern", aber ein offener Hormus bleibe „wesentliche Priorität" für Washington. Übersetzung: Wir halten ihn offen - und ihr könnt uns helfen oder leiden. Das ist die Sprache der Macht, nicht der Diplomatie.

Die Frage für den Balkan: Wenn die Ölpreise nächste Woche um 15 Prozent springen (was keine Überraschung wäre), wer trägt diese Kosten? Eine mazedonische Familie mit niedrig-durchschnittlichem Einkommen? Mazedonische Transporteure? Nein, wir sind am Ende der Kette. Wir zahlen zuletzt und wir zahlen mehr.

Der Waffenstillstand - wenn es ihn gab - ist jetzt brüchig. Die Frage ist nicht, ob es einen neuen Krieg gibt, sondern ob eine kleine Eskalation eingedämmt werden kann, bevor sie zu einer grossen wird.