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Trinkwasserverbot in vier Dörfern bei Strumica: kein freies Chlor, dafür fäkale Verunreinigung

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Trinkwasserverbot in vier Dörfern bei Strumica: kein freies Chlor, dafür fäkale Verunreinigung

Vier Dörfer im Gebiet von Strumica haben seit gestern kein Trinkwasser. Nicht wegen eines Rohrbruchs, nicht wegen Trockenheit - sondern weil bei einer außerordentlichen Kontrolle eine Verunreinigung mit Bakterien festgestellt wurde, die auf fäkale Belastung hinweisen.

Das Verbot betrifft Rič, Popčevo, Belotino und Veljusa. Den Bescheid erließ die Agentur für Lebensmittel und Veterinärwesen, die Gemeinde Strumica gab ihn am Nachmittag bekannt.

„Der Bescheid wurde von der Agentur auf Grundlage der außerordentlichen Kontrolle erlassen, bei der das Fehlen von freiem Chlor sowie eine Verunreinigung mit Bakterien - Indikatoren fäkaler Belastung - festgestellt wurden“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde.

Die beiden Befunde treten gemeinsam auf, und das ist kein Zufall

Fehlendes freies Chlor heißt: Die Chlorung funktionierte nicht oder reichte nicht aus. Fäkalindikatoren heißen: Es ist etwas in die Leitung gelangt, was dort nichts zu suchen hat. Das eine ermöglicht das andere. Chlor existiert genau dafür, jene Bakterien zu neutralisieren, die gelegentlich ins System eindringen. Fehlt es, wird das Eindringen erst im Laborbefund sichtbar - und nicht früher.

Das Verbot gilt nicht nur fürs Trinken. Das Wasser darf weder als Zutat noch im Kontakt mit Lebensmitteln noch zum Ausschank in Gaststätten und öffentlichen Einrichtungen verwendet werden. Das heißt: Bis auf Weiteres arbeiten die Küchen in vier Ortschaften mit anderem Wasser - oder gar nicht.

Die Gemeinde Strumica appelliert an die Bewohner, sich strikt an die Entscheidung zu halten, bis die Behörden bestätigen, dass das Wasser wieder einwandfrei ist.

Die Frage, die die Mitteilung nicht stellt

Eine Angabe fehlt in der Mitteilung: seit wann dieser Zustand besteht. Eine außerordentliche Kontrolle findet nicht grundlos statt - jemand hat etwas gemeldet, oder jemand hat etwas bemerkt. Ob das Chlor einen Tag, eine Woche oder einen Monat fehlte, ist der Unterschied zwischen einem technischen Versäumnis und etwas anderem.

Freies Chlor ist ein Parameter, der regelmäßig gemessen wird, nicht einmal im Jahr. Hätten die Routinemessungen den Abfall rechtzeitig erfasst, hätte die außerordentliche Kontrolle nicht außerordentlich sein müssen.

Das Verbot bleibt in Kraft, bis die Unbedenklichkeit des Wassers feststeht.