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Drei von vier Sensoren tot: Die Seilbahn auf den Vodno lief fünfzehn Jahre ohne echten Service

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Drei von vier Sensoren tot: Die Seilbahn auf den Vodno lief fünfzehn Jahre ohne echten Service

Drei der vier Sicherheitssensoren funktionierten nicht. Die Gummiteile waren so abgenutzt, dass die Gondeln wackelten. Die Seile beschädigt. Das ist keine Liste aus einem Horrorszenario, sondern der Befund des Gutachtens des österreichischen Herstellers Doppelmayr zur Seilbahn auf den Vodno - jenem System, das seit fünfzehn Jahren Skopjer und Touristen über die Stadt befördert.

Skopjes Bürgermeister Orce Gjorgjievski sagte es in einem Satz, den man zweimal lesen sollte: Die Seilbahn war einen Schritt von der Tragödie entfernt. Und er fügte etwas noch Schwereres hinzu - seit der Inbetriebnahme habe der Hersteller nie einen echten und angemessenen Service durchgeführt.

Fünfzehn Jahre. Kein einziger vollständiger Service durch die Firma, die das System gebaut hat. Und die Seilbahn lief, füllte sich mit Familien, wurde für Tourismusbroschüren fotografiert und als Beweis benutzt, dass Skopje etwas hat, was andere Balkanstädte nicht haben.

Die Chronologie, die niemand laut vorlesen will

Die Seilbahn wurde am 25. April geschlossen. Die erste Ankündigung des Verkehrsbetriebs JSP Skopje lautete, die Pause dauere - zwei Tage. Dann kamen die zusätzlichen Prüfungen, und aus zwei Tagen wurde ein ganzer Sommer. Im Mai teilte der Bürgermeister mit, sie werde in dieser Saison nicht mehr in Betrieb gehen. Jetzt, im September, erfahren wir warum.

Der Vertrag über die Sanierung wurde mit Doppelmayr geschlossen, dem ursprünglichen Errichter. Teile und Fachteam sollen in den kommenden Tagen eintreffen. Frist: Ende November. Nach der Montage folgen Tests bis hin zum offiziellen Zertifikat und einer internationalen Garantie.

Gjorgjievski versprach, die erste Testfahrt persönlich zu machen, gemeinsam mit dem JSP-Direktor und seinen Kindern. Die Geste ist eindeutig und nicht klein - wer die eigenen Kinder in die Kabine setzt, glaubt an das Zertifikat. Doch die Frage ist nicht, ob es im Dezember sicher sein wird. Die Frage ist, wie es in all den Jahren davor war.

Wer hat die Papiere unterschrieben?

Wenn das System fünfzehn Jahre lang tatsächlich keinen vollständigen Herstellerservice hatte, dann hat trotzdem jemand jedes Jahr geschrieben, es sei in Ordnung. Es gibt Unterlagen, es gibt Unterschriften, es gibt Menschen, die sie gesetzt haben. Diese Namen sind nicht veröffentlicht - und genau sie sind der Unterschied zwischen einem verhinderten Unglück und einem Unglück, das nur zufällig ausblieb.

Wenn feststeht, wie die Wartungschronologie aussah, wann die letzte Prüfung war, welche Eingriffe empfohlen und ob sie überhaupt ausgeführt wurden - dann gibt es eine Grundlage für ein Gespräch über Verantwortung. Ohne diese Dokumente bleibt das alles eine Aussage und kein Befund.

Deshalb verdient die Öffentlichkeit nicht nur das Endzertifikat, sondern auch den Weg dorthin: was defekt war, was repariert wurde, wer die Betriebssicherheit bestätigt hat und auf welcher Grundlage. Vertrauen in eine Seilbahn entsteht durch Papier, nicht durch Versprechen.

Bis Ende November, heißt es. Skopje wird warten. Die Frage ist, ob jemand für die fünfzehn Jahre davor geradesteht.