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Bitolaer Schüler kartierten, wo die Stadt nicht passierbar ist - mit Rollstuhl, mit Roller und zu Fuß

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Bitolaer Schüler kartierten, wo die Stadt nicht passierbar ist - mit Rollstuhl, mit Roller und zu Fuß

Grundschüler, Gymnasiasten und Studierende aus Bitola sind nicht durch die Stadt spaziert - sie haben sie kartiert. Mit einer App in der Hand, auf Routen vom Offiziershaus bis zu den Gymnasien, notierten sie, wo man durchkommt und wo nicht.

Mit ihnen unterwegs waren auch Rollstuhl- und Kinderwagennutzer, Radfahrende, Roller- und Inlinerfahrer sowie ältere Menschen. Jeder mit eigenem Tempo und eigenen Hindernissen, auf demselben Gehweg.

Kartierung statt Umfrage

Die Aktion ist Teil der Europäischen Mobilitätswoche und der Initiative „Smart CityZen“, 2024 über den Hub für dreifache Transition von UKLO COLORS und die Gemeinde Bitola gestartet. Das Team „Greenstars“ der UKLO unter Leitung von Professorin Renata Petrevska Nechkoska war mit den Teilnehmenden im Feld.

Der Unterschied zur üblichen Konsultation ist wichtig. Eine Umfrage fragt, was die Bürger denken. Eine Kartierung erfasst, was sie tatsächlich aufhält - und zwar mit einer Koordinate, nicht mit einer Meinung. Die von Valentin Stojanovski entwickelte App wurde genau bei dieser Veranstaltung unter realen Bedingungen getestet.

Auf Initiative der Mentoren wurde vorgeschlagen, dies als verpflichtende Aktivität in den Schulen zu verankern, im Rahmen gesellschaftlich verantwortlicher Arbeit.

Was der Bürgermeister einräumte

Bürgermeister Toni Konjanovski begrüßte die Initiative und verwies darauf, dass Bitola erstmals Radwege von 5 Kilometern Länge bekommen hat und an neuen Trassen gearbeitet wird. Die Gemeinde hatte auch einen öffentlichen Aufruf für Mittel zur Anpassung von Zugänglichkeit und Mobilität für Menschen mit Behinderung bis zu und in ihrer Wohnung.

„Mobilität ist nicht für alle gleich. Was für den einen Bürger ein leichter, passierbarer Weg ist, kann für den anderen ein ernstes Hindernis sein“, sagte er.

Der Satz stimmt und ist von einem Bürgermeister selten zu hören. Fünf Kilometer Radweg sind allerdings eine Anfangszahl für eine Stadt dieser Größe - und Konjanovski verheimlicht das nicht, da er selbst von neuen Trassen spricht.

Der Test kommt später

Die Aktionen endeten vor dem Offiziershaus mit einer Diskussion, in der die Jugendlichen ihre Ideen für eine „Vision für Bitola“ vorstellten - wie sie die Stadt in fünf Jahren haben wollen.

Die Daten sind erhoben. Die Hindernisse sind mit exakter Verortung kartiert. Das ist der Teil, den die Schüler kostenlos erledigen, an einem Nachmittag.

Der Teil, der Geld kostet, kommt danach - eine abgesenkte Bordsteinkante, eine Rampe, ein Gehweg, der nicht an einem Mast endet. Die Karte wird genau zeigen, wie viele dieser Punkte binnen eines Jahres behoben werden. Und das ist der einzige Grund, warum die Kartierung mehr wert ist als eine weitere Veranstaltung mit Fotos.