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Drei von vier Bewegungssensoren der Kabinen der Skopjer Seilbahn funktionierten nicht, während sie täglich Fahrgäste beförderte. Trag- und Zugseile waren über das zulässige Sicherheitsminimum hinaus abgenutzt.
Festgestellt hat das die österreichische Firma Doppelmayr - dieselbe, die die Seilbahn gebaut hat - bei einer technischen Prüfung. Laut dem Skopjer Bürgermeister Orce Gjorgjievski forderten ihre Fachleute nach der Prüfung, den Betrieb sofort einzustellen.
„In einer Besprechung direkt nach den Prüfungen sagte man mir etwas, das mich fassungslos machte - Sie hätten den Betrieb der Seilbahn sofort stoppen müssen“, erklärte Gjorgjievski.
Acht Monate zuvor war dieselbe Seilbahn in Ordnung
Hier ist der Teil, der eine Erklärung verlangt. Im August vergangenen Jahres prüften der städtische Verkehrsbetrieb und das Verkehrsministerium. Ihr Schluss: keine technischen Mängel. Die Seilbahn fuhr weiter bis zum 25. April dieses Jahres.
Zwischen dieser Prüfung und dem Befund von Doppelmayr gibt es nichts, was die Antwort ändert. Seile nutzen sich nicht über Nacht ab, Sensoren fallen nicht alle gleichzeitig aus. Also haben entweder beide Prüfungen nicht dasselbe gemessen, oder eine hat gar nicht gemessen.
Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Und solange diese Differenz nicht erklärt ist, hat jeder, der in jenen Monaten mit der Seilbahn fuhr, das Recht zu fragen, was im August eigentlich geprüft wurde.
Fünfzehn Jahre ohne große Wartung
Die Seilbahn von Mittel-Vodno zum Millenniumskreuz ist seit dem 3. Juni 2011 in Betrieb. Der Bau kostete rund 6,7 Millionen Euro. Das System hat 28 Kabinen für je acht Fahrgäste sowie zwei VIP-Kabinen.
Nach Angaben der Stadt gab es in den vergangenen 15 Jahren keine vollständige Wartung durch den Hersteller - nur kleinere Eingriffe. Die über die Jahre kursierenden Zahlen schwanken: 2023 war von fünf Jahren ohne Wartung die Rede, ein Vertreter des Bürgermeisterbüros nannte in einer Ratssitzung acht. Die aktuelle Aussage lautet, dass seit der Inbetriebnahme überhaupt keine große Wartung stattfand.
Neben den defekten Sensoren wurden auch verschlissene Teile festgestellt, die bei der Bewegung der Kabinen Reibung verursachten. Bereits im Mai warnte Gjorgjievski, ein Weiterbetrieb ohne Sanierung könne ein Risiko für die Sicherheit der Fahrgäste schaffen.
Von 350.000 auf 730.000 Euro
Im Juni wurden mit einem Nachtragshaushalt zunächst rund 350.000 Euro für die Reparatur bereitgestellt. Später wurden die Mittel auf 45 Millionen Denar erhöht, also etwa 730.000 Euro - das Doppelte.
Ein Teil der Stadträte kritisierte, vor der Abstimmung über die zusätzlichen Mittel keinen detaillierten technischen Bericht über die festgestellten Defekte und die auszuführenden Arbeiten erhalten zu haben. Sie stimmten über eine Summe ab, ohne Dokument, das sie erklärt.
Der Verkehrsbetrieb kündigte zunächst eine Unterbrechung von nur zwei Tagen für erweiterte technische Kontrollen an. Die Seilbahn blieb den ganzen Sommer geschlossen, weil sich das Vergabeverfahren hinzog.
Wer verantwortet es
Aus der Stadt Skopje heißt es, man habe ein Angebot für eine Firma eingeholt, die bewerten soll, was die vollständige Fehlerdiagnose und die Wiederinbetriebnahme kosten.
„Es wurden gravierende Mängel festgestellt, verursacht dadurch, dass jahrelang die notwendigen großen Wartungen und die regelmäßige Instandhaltung unterblieben. Es geht nicht um kleine oder laufende Eingriffe, sondern um eine ernsthafte und umfangreiche Wartung, die offensichtlich fast ein Jahrzehnt vernachlässigt wurde“, teilte die Stadt mit.
Zur Verantwortung lautet die Antwort, die Ermittlungsbehörden sollten den Fall prüfen und nach dem Gesetz handeln. Also - jemand anderes.
Vorwürfe entlang der Parteilinien laufen bereits in beide Richtungen, ein vorhersehbares Ergebnis, wenn die Frage ein Jahrzehnt umfasst und die Mandate vier Jahre dauern. Die SDSM behauptet, die Versäumnisse seien Ergebnis einer Kette, die beim Premier beginnt und bei Bürgermeistern seiner Partei endet. Die VMRO-DPMNE entgegnet, die Opposition habe sieben Jahre zentrale und acht Jahre städtische Macht gehabt.
Beide Seiten haben recht für den Zeitraum, den sie der anderen zuschreiben. Das ist genau der Punkt: Die Seilbahn wurde unter niemandem gewartet.
Ersatzteile und ein Einsatzteam von Doppelmayr sollen in den nächsten Tagen in Skopje eintreffen. Nach der Sanierung soll die Firma eine Endprüfung vornehmen, ein Konformitätszertifikat ausstellen und Garantien geben. Gjorgjievski kündigte an, vor der Eröffnung selbst mit der Seilbahn zu fahren, gemeinsam mit dem Direktor des Verkehrsbetriebs und den Beschäftigten.
Die Symbolik ist sauber. Zählen wird das Zertifikat.
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